Was denn nun?

Ja, was war denn nun in der Pfeife von Black Elk? In der Tat wuchs der Peyote-Kaktus (Lophophora williamsii) zwar überwiegend südwestlich des Rio Grande, wurde aber bis nach Kanada gehandelt und wird von der „Native American Church“ noch immer „rituell“ benutzt. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, daß ein Prärie-Indianer mal Peyote genascht hat. Aber nicht geraucht! Peyote wird frisch gegessen, gekaut oder als Absud getrunken. Das Halluzinationen hervorrufende Alkaloid des Peyote ist das Mescalin, das nicht süchtig macht und keinerlei Nachwirkungen haben soll. Ganz anders als der Tabak, der sich in einer federgeschmückten Zeremonialpfeife (Calumet) befand. Sioux bauten Nicotiana rustica an, der als Wahrsagehilfe, Narkotikum und Halluzinogen gebraucht wurde. Nikotin lähmt das Nervensystem. Die Nikotinmenge, die ein Gewohnheitsraucher über einen Tag verteilt zu sich nimmt, wirkt in einer Dosis tödlich. Diese Erkenntnis hindert aber eine irrational organisierte Gesellschaft nicht daran, Haschisch, von dem es keine bekannte tödliche Dosis gibt, zu verbieten, während das Nervengift Nikotin frei zugänglich ist. Doch wer einmal einen Studiendirektor dabei beobachtet hat, wie er sich rauchend hinter der Turnhalle versteckt, weil im Lehrerzimmer Rauchverbot herrscht, wird vielleicht verstehen, daß Verzicht auf Rauchen sehr viel schwieriger ist, als die Aufgabe von Heroin.

Aquarell: Karl Bodmer (1809-1893) „Hotokaneh-hoh“ (Blackfoot, 1833, Fort McKenzie)

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