Verhundung

„… Oder wie bei denen, die allein mit einem Hund leben. Sie reden den ganzen Tag lang mit ihm; zu Anfang bemühen sie sich, seine Logik zu verstehen, dann wollen sie, daß er ihre Logik versteht; zuerst finden sie ihn schüchtern, dann eifersüchtig, dann übelnehmerisch, und schließlich verbringen sie ihre Zeit damit, ihn zu piesacken und ihm Eifersuchtsszenen zu machen. Wenn sie sicher sind, daß er wie sie geworden ist, sind sie wie er geworden, und wenn sie stolz darauf sind, ihn vermenschlicht zu haben, haben sie sich de facto verhundet.“
Umberto Eco „Das Foucaultsche Pendel“

„Der Hund (mones waroota, ameeteh, hahtch, shonka, jir) wird bei den Indianern weit höher geschätzt als in der zivilisierten Welt. Beide sind unzertrennliche Gefährten, … aber dennoch wird der Indianer seinen treuen Begleiter, wenn auch mit Tränen im Auge, zum Opfer bringen, um dadurch die Aufrichtigkeit seiner Gesinnung zu beweisen, da ein Gastmahl von Wild oder Büffelfleisch etwas Gewöhnliches ist, welches jedem gereicht wird, der einen indianischen Wigwam betritt.“
George Catlin (1796-1872 ) „Die Indianer Nordamerikas“ (1851)

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Ein Gedanke zu „Verhundung

  1. Was Du alles so liest…Das Foucaultsche Pendel…..Nordamerikas Indianer kenne ich nicht – doch Traditionen sind wie Verschwörungstheorien !

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