Der Rausch – Heimat und Wanderung

 

 

…Die Romantiker sind für das Fremde an sich anfällig. … Der Träumer zieht die Einsamkeit vor; er möchte nicht überrascht werden. … Die Bilder werden mit dem inneren Auge gesehen; sie sind unteilbar und von anderer Art, als sie unsere Traum-Fabriken oder selbst gute Schauspiele darbieten. … Die Kunst wird dem Rausch gegenüber zur Collage, zur geringeren Stufe der Annäherung. … Man ist der Gesellschaft müde – so stößt man mit leichtem Boot aus dem Gewimmel der Häfen ab. … Übrigens gewährt die Einsamkeit an sich bereits ein Gefühl, das dem Rausch ähnelt – die Segler, die allein den Ozean überqueren, suchen weniger das andere Ufer als diese unerhörte All-Einigkeit. … Freilich bleibt immer ein Durst, ein mahnendes Gefühl der Leere zurück – die Ahnung, daß die Tage unfruchtbar verbraucht werden.

Ernst Jünger (1895-1998), „Annäherung – Drogen und Rausch“, 1970

Advertisements

Ein Gedanke zu „Der Rausch – Heimat und Wanderung

  1. Ich fühle mich hier wie auf einer Wanderung – im Rausch der Heimat !Das beste ist aber, das ich immer alte & neu Leute wieder kennenlerne. " Die Türkis-Blauen "Du bist ein gelehrter Schreiber & Beobachter Tom, eine sehr unkonventionelle Art für philosophische Bildung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s