Unterwegs nach nirgendwo

Da ist er also tot, und es hagelt wahrscheinlich Nachrufe. Ein guter Schauspieler war Dennis Hopper eigentlich nicht. Immer etwas verkrampft und zu bemüht. Seine Simulation eines LSD-Trips auf dem Friedhof in New Orleans fand ich auch nie gelungen. Aber er produzierte einen jener Filme, die nur in den USA entstehen können, und mit denen man in der Schwärze eines Kinoraums für eine Weile der Enge Deutschlands entfloh. Damals sah ich mir „Easy Rider“ zusammen mit meinen Eltern an. Ein Zeichen, wie überbehütet ich aufwuchs, aber auch nicht ganz verkehrt, Eltern zu haben, mit denen man sowas unternehmen konnte. Ich würde Peter Fonda ähneln, meinte meine Mutter. Das war natürlich Zucker. Als Peter dann allerdings unter LSD seine Wange an die Marmorstatue legte und in der deutschen Version behauptete: „Ich hab so eine blöde Mutter“, was ich immer nur zu denken wagte, war es aus.

Und nun ist nichts mehr so, wie es einmal war, und eigentlich war es auch nie so, wie man glaubt, daß es gewesen sei. Man muß jetzt sehen, wie es noch werden kann, was es sein könnte, seinen Illusionen weiter hinterherjagen und die Sehnsucht nach Weite irgendwie stillen.

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Ein Gedanke zu „Unterwegs nach nirgendwo

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