Straßenkind

Hildesheim-Goettingstr.

Lieber Vater!

Die Straße, in der ich viele Jahre meines Lebens verbrachte, habe ich kürzlich in den Sommerferien mit Familie durchfahren. Wenn das noch eine erstrebenswerte Wohnsituation sein soll, dann scheinst Du mir sehr anspruchslos. Von wegen Tarnung der Garagen! Vollgestellt mit parkenden Autos ist die Straße, auf der man früher weitgehend ungefährdet spielen konnte. Nur noch 1 großer Baum. Meiner Ansicht nach die Birke, die vor meinem Kinderzimmer-Fenster schon damals stand. Was dort geschah, ist eine Stadtzerstörung in der berühmt-berüchtigten Salami-Taktik. Zuerst wurden die Gladiolen-Felder der Gärtnerei bebaut, dann die Schreber-Gärten, so daß schließlich kein Freiraum mehr übrig blieb. Zu jeder Wohnung 1 oder 2 Autos und für die Kinder bleibt der Bürgersteig. Eng, häßlich, eingedost. Vor dem Haus sind mir nur die parkenden Autos, der unschöne Anstrich und die mißgestalteten modernen Fenster-Rahmen aufgefallen. Aaltje fand die ganze Gegend abstoßend. Das waren mal von Grün umgebene Mietshäuser. Heute besteht die große Gartenfläche, die man aus den zusammengelegten Handtuch-Gärten mehrer Einheiten geschaffen hatte, zu 80% aus Baustelle. Wenn man weiß, wie angenehm es sich da mal wohnen ließ, ist der jetzige Zustand wirklich schlimm. Auf der Hauptstraße hat man die Robinien-Allee gefällt.

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Ein Gedanke zu „Straßenkind

  1. Pingback: Das grüne Haus | Memoiren eines Waldschrats

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