Fernöstliche Musik; B-Seite

Courtesan-1875Das 1. Stück stammt aus Malaysia und ist eine chinesische Bambus-Melodie, gespielt von einem Instrumental-Ensemble: Pipa (4saitige Laute), Er-Hu (2saitige Violine, bei der die Bogensaite zwischen den Violinsaiten verläuft), Ti (Bambusflöte), Yang-Chen (Hackbrett, geschlagen mit Bambusstäbchen) und Percussion.

Danach spielt das „Große Chinesische Orchester" unter Leitung von Cheng Si-Sum „Frühlingsfluß im Mondlicht". Ursprünglich ist es ein Pipa-Solo, angeblich aus der Tang Dynastie, das in vielen Musikbüchern der Ching Dynastie auftaucht. Es beschreibt Boote, die wie Blätter im Mondlicht auf dem Fluß schaukeln. Aufgenommen wurde das Stück in Taipei, Taiwan.

Der „Singvogel Südchinas", Fräulein Lui Hung, singt danach „Agonie im Herbst", ein altes Lied, welches das Herzleid einer Frau beschreibt, die von ihrem Liebhaber verlassen wurde. Sie denkt nach über die Ähnlichkeit der Jahreszeit und ihres Lebenszustandes.

Das folgende Stück „Wie im Himmel" ist ein ungewöhnliches Beispiel der Musik eines Hochlandstammes.

Fräulein Li-hung Lee, die auch Pai-pan (Klanghölzer) spielt, singt danach „Fei Shih Juan" (I am not forgetting). Die Pai-pan-Spielerin sitzt dabei in der Mitte des Ensemble und markiert mit ihrem Instrument den Takt. Begleitet wird sie von den Herren H.T. Chen und C.T. Chen mit Erh-hsien (s. Er-Hu), C.Y. Chen mit Hsiao & Ti (Bambusflöten), C.F. Yu mit Pipa und T.K. Liu mit San-hsien (Banjo mit 2-3 Saiten, kleiner Klangkörper, manchmal mit Schlangenleder bezogen). Die Geschichte handelt von den Kriegswirren in der Zeit des Niedergangs der Sung-Dynastie und des Erstarkens von Yüan: Der junge Sohn eines Gelehrten mit Namen Chiang Shih-hsiung verläßt sein Haus um den Wirren des Krieges zu entkommen. Unterwegs trifft er die junge Wang Jui-Lan und verliebt sich in sie. Sie setzen die Reise zusammen fort. In einem Gasthaus will er mit ihr schlafen, aber sie verweigert sich ihm.
„Ich vergesse nicht das Gute, das du für mich getan hast, aber höre, was ich zu sagen habe. Es ist nicht lange her, als ich als Folge des Krieges alles verlor. Ich war allein und froh, dich in der Nähe des Waldes zu treffen. Du sagtest, du wärst ein Gentleman, und so willigte ich ein, mit dir zu reisen. Wer konnte vorhersehen, daß du mich hier in diesem kleinen Gasthaus heimlich heiraten willst? Ich schlage vor, daß du mich zuerst nach Hause schickst. Dann mußt du öffentlich bei meinen Eltern um meine Hand anhalten, mir ein komfortables Haus einrichten und mir eine Sänfte besorgen. Ist eine richtige Heiratszeremonie und eine legale Heirat nicht viel besser, als es geheim zu halten?" (Nö, auf keinen Fall!)

Zum Schluß spielt Yü Liang-mo das Pipa-Solo „Sai Shang Ch’ü" (Lied an der Grenze). Dieses Lied handelt von den Sorgen einer edlen Frau aus der Han-Dynastie, die aus politischen Gründen mit einem Barbarenprinzen verheiratet wurde.

Aus meiner Sammlung chinesischer Musik . Im Juli 1987 als Vorbereitung für die Auswanderung von Vinyl auf Cassette aufgespielt („Kamichi Low Noise High Output C 60"). Schon nach dem 2. Abspielen kaputt.

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