Letztes Interview III

Sohn-&-Mutter

Es war nicht üblich, daβ man die Eltern siezte. Das war in älteren Zeiten und in ganz feinen Familien so, aber wir waren an sich, obwohl es ein Gutshof war, in unserer Lebenshaltung mehr bäuerlich. Meine Mutter, die ja nun viel jünger als mein Vater war, hat wohl auch stark gelitten durch die vielen Geburten. Und ich habe sie in Erinnerung, daβ sie eigentlich viel krank war. Es war für mich manchmal schrecklich, wenn sie irgendwelche Magenanfälle hatte oder jedenfalls krank war, weil ich meistens noch mit ihr in einem Zimmer lebte.

Meine Mutter war schon relativ groβ, nun, ich bin 1,80m, obwohl manchmal schon gefragt wird, ob ich jetzt auch noch 1,80 bin, denn wenn man älter wird, wird man etwas kleiner, sagt man. Aber meine Mutter habe ich so in Erinnerung, daβ sie jedenfalls genauso groβ war wie ich. Also war sie für eine Frau relativ groβ. Meine Mutter war eine sehr fromme Frau, und obwohl sie nicht gut singen konnte, sang sie sehr gerne fromme Lieder: „Jesus meine Zuversicht“ und sowas ähnliches, und sie hielt auch irgendwelche Blättchen von Bethel bei Bielefeld und spendete da auch sehr viel. Sie war gar nicht daran interessiert, daβ ich etwa zur hohen Schule ging und etwas studierte, sondern es wär ihr viel lieber gewesen, daβ ich Justiz-Sekretär geworden wäre und ein frommes Leben geführt hätte. Das war für sie viel wichtiger.

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