Letztes Interview IV

Otto&Frieda&Hans

Meine frühsten Erinnerungen, die ich so habe, ich weiβ noch genau, das muβ im Jahre 1918 gewesen sein, da war mein Bruder Otto, der ist 1896 geboren und zog also schon in den 1. Weltkrieg als Freiwilliger, war 4 Jahre Soldat und geriet noch zum Schluβ in Gefangenschaft. Ich erinnere mich daran, wie er nach Hause kam, und man hatte den Hauseingang mit Eichenlaub bekränzt. Ich sehe ihn noch danken, wie er da die Straβe runterkam, die vom Bahnhof zu uns führte. Der Krieg war 1918 zuende, aber die Gefangenen durften ein biβchen länger bleiben.

Spielzeug habe ich jehabt, aber ich bin nicht sehr verwöhnt worden. Ich habe vielfach nur das jehabt, was ich dann von meinem älteren Bruder übernommen habe. Mein Bruder Kurt ist ja schon 1908 geboren, also er war viel älter als ich, was man in der Kindheit ja besonders merkt, denn wenn ein 10jähriger und ein 16jähriger zusammenleben, die haben doch schon ganz andere Interessen. Ich habe z.B. das Fahrrad von ihm geerbt. Ich hätte gern Fuβball gespielt, aber im Dorf gab’s keine Möglichkeit. Ich hatte zwar nachher von ihm ein paar Fuβballstiefel geerbt, ich hab sie aber nie benutzen können, weil’s einfach nicht möglich war, da irgendwie eine Mannschaft aufzustellen. Und es war auch nicht so üblich, daβ die Bauern uns etwa ihre Weidegärten für Fuβballplätze zur Verfügung stellten. Das war ganz anders als heute.

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