Letztes Interview V

Buschfelde

Blocksberg = Bisdohnen; Buschfelde = Podszohnen
Disselberg = Disselwethen
Ellerau = Mitzkaweitschen; Erlenhagen = Laukupönen
Hochtann = Susseitschen; Hügeldorf = Karklienen
Jürgenrode = Jurgaitschen
Lengen = Lengmeschken
Preuβenwall = Gudellen
Tannenmühl = Egglenischken; Tauern = Tauerkallen

[Der Kreis Stallupönen (lit. stalas = Tisch, upe = Fluβ) zeigt eine gewisse Einförmigkeit in der Landschaft. Trotz mancher Bodenerhebungen im Süden gibt es nur geringe Reliefunterschiede. Der Boden erscheint auf weiten Strecken fast wie ein Tisch. 1722 wurde Stallupönen durch Friedrich Wilhelm I. zur Stadt erhoben.]

Landschaftlich war der Kreis Stallupönen (Ebenrode) sehr schön. Wir lagen am südlichen Teil des Kreises, der an sich relativ eben ist, aber im Süden geht er so allmählich in ein Hügelgelände über. Unser Hof lag schon auf der Grenze, da wo das Hügelgelände anfing, und das waren ganz hübsche „Berge“, wie wir sagten. Genau genommen waren es natürlich keine Berge sondern Hügel. Die Landschaft war dadurch sehr abwechslungsreich, und in der Nähe, so etwa 12km entfernt, da lag die Rominter Heide, südlich von unserem Dorf. Das war ein sehr schönes und bekanntes Waldgebiet, auch mit sehr vielen, sehr schönen Seen. Ich erinnere mich noch sehr daran, wie schön die Landschaft war, wenn so im Sommer die Felder reiften, und wie farbig das alles war. Aber leider hatte man nicht sehr viel von der Natur, weil man nicht so beweglich war wie heutzutage. Erstensmal gab es damals noch wenig Autos. Ich erinnere mich noch sehr genau, daß einmal ein Auto über die Dorfstraβe fuhr, und wir legten uns dann auf die Straβe und rochen an der Spur, weil das so aufregend war [lacht]. Den Gummigeruch, den habe ich noch in meiner Nase.
Es gab damals so einen, der nannte sich Kreis-Wiesenbaumeister, der für den Straβen- und sonstigen Tiefbau des Landkreises zuständig war. Der kam dann zu uns und machte da so einen Besuch auf seiner Dienstfahrt. Ich durfte dann mit ihm 1 oder 2km mitfahren. Da bin ich zum ersten Mal Auto gefahren und bin zu Fuβ zurückgelaufen. Das war ein groβes Ereignis.

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Ein Gedanke zu „Letztes Interview V

  1. Schön beschrieben.

    Mein Vater hatte seine Kindheit zwischen Osterode und Königsberg erlebt, in einer Mischung aus Stadt und Land, und empfand – nach einem Abstecher in die „hochzivilisierte“ Amerikanische Besatzungszone der Rheinlands Anfang der 50er Jahre, den Kreis Uelzen mit seinen Hermann-Löns-Gedächtnis“straßen“aus Katzenkopfpflaster und Sommerweg wie eine Zeitreise rückwärts. und damit sehr erwünscht.

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