Die ostpreuβische Kunst

Reinhold-Kuebart

Kunst ist ostpreuβisch, wenn der Künstler Ostpreuβe ist, auch wenn er wie Reinhold Kübart (1879-1937) in Berlin stirbt. Ist das Motiv ein Pferd aus dem Hauptgestüt Trakehnen, Kreis Stallupönen, handelt es sich sowieso um ostpreuβische Kunst. Reinhold gelang es schon als Schuljunge, Seiner Majestät Kaiser Wilhelm II. einen Hirsch aus Wachs zu schenken, weshalb seinem späteren Durchbruch als Schöpfer von Pferdezüchter-Preisen und Pferde-Standbildern keine Grenzen gesetzt wurden. Als Reichskanzler Adolf Hitler, der seinerzeit leider von der Wiener Kunstakademie abgewiesen worden war, Kübarts Entwurf eines Pferde-Standbilds für das Reiterstadion der Olympiade 1936 persönlich vor anderen auswählte, führte das zu einer solchen Auftragsflut, daβ Reinhold 1937 an Überarbeitung starb. Recht ausdrucksstark war auch die Plastik eines krähenden Hahnes für den Truppen-Übungsplatz Döberitz.
Die Russen, die ja bekanntlich groβe Kunstfreunde sind, waren so begeistert von seinem Bronze-Pferd „Tempelhüter”, daβ sie es nach Eroberung Trakehnens mitnahmen und vor ihrem Pferde-Museum in Moskau aufstellten, wo sich schon das Bronze-Pferd „Morgenstrahl” befand, welches sie im 1. Weltkrieg geklaut hatten.

Ausländischen Pferden, wie etwa dem leihweise herangezogenen „Harun al Raschid ox”, der zwar durchaus kein Versager war, aber die sprichwörtliche preuβische Sparsamkeit so verinnerlichte, daβ er den berechtigten Anforderungen nicht genügte, wurde ebenso die Denkmal-Würdigkeit verweigert wie dem englischen Gaul „Perfectionist xx”, der trotz einer leider durch unheilbaren Beckenbruch erzwungenen, nur 3jährigen Decktätigkeit Allerbestes leistete.

Auf dem Foto unten erkennt man, daβ es sich nicht immer um ostpreuβische Kunst handeln muβ, nur weil 1 Ostpreuβe und Pferde drauf sind.

mit-Pferd-sw

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9 Gedanken zu „Die ostpreuβische Kunst

  1. Meine Eltern waren nicht aus Ostdeutschland, sondern aus Mitteldeutschland abgehauen.
    Obwohl ich im Westen geboren bin, hieß es dann ich sei aus dem Osten, LOL.
    Davon sozialethisch schwer desorientiert, habe ich mit 6 oder so kein Pferd, sondern eine kleine Walter-Ulbricht-Büste aus Knetmasse modelliert.
    Nach einer Briefmarke. Meine Eltern traf fast der Schlag.
    Zu meiner Entschuldigung kann ich anführen: es wäre auch noch eine Briefmarke mit Hitlerkopf drauf als Vorbild zur Verfügung gestanden.

  2. Schon, aber in den Wirren um mein zum Hitlergeburtstag abgefackeltes Haus kam sie dann weg.
    So kam die andere Briefmarke nach Jahrzehnten doch noch zum Zug.

  3. 1974 verkauften die Russen einen Original-Abguß des 2. gestohlenen Gauls für 10500USD an das Pferdemuseum in Verden/Aller.

  4. Nochmal geklaut!
    Lieber Konstantin,
    Kunstraub durch den jeweiligen Sieger ist genauso ein Verstoß gegen das Völkerrecht wie die Anwesenheit der Russen in Königsberg. Dieser Fall dokumentiert zudem die traditionellen Intentionen russischer Politik im Westen.

  5. Pingback: Die Frau im Schrank | Memoiren eines Waldschrats

  6. Und die Anwesenheit der Franzosen in Elsass? Oder Litauer in Memelland? Oder die Deutschen in Prussenland? also – alles ist sehr relativ in der Welt…

  7. Das Völkerrecht, um das sich die Russen bis heute nicht kümmern, eigentlich nicht. Sicher ist, dass Ostpreussen niemals russisch war, sondern es hat eine Grenzverschiebung nach Westen stattgefunden – auch auf Kosten der Polen, die von den Russen ebenso misshandelt wurden.
    „Seit der völkerrechtswidrigen Annexion im Jahre 1945 und der anschließenden restlichen Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus ihrer Heimat befinden sich derzeit 13.502,35 km² unter russischer, 23.489,40 km² unter polnischer und 2.828,98 km² unter litauischer Verwaltung.“
    http://de.metapedia.org/wiki/Ostpreu%C3%9Fen

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