Weshalb man Hunde essen sollte

Hundebiss-89

(Aaltje an den Nachbarn)
Für die ärztliche Versorgung der mir durch Deinen Hund zugefügten gefährlichen Armverletzung habe ich 634,20DM bezahlen müssen. Darüber hinaus mache ich 1900,-DM als Schmerzensgeld und Schadensersatz geltend.
Die geplante 5-wöchige Urlaubsreise nach Nord Sulawesi (Indonesien) war zuerst in Frage gestellt und dann über einen Zeitraum von 3 Wochen erheblich beeinträchtigt. Das Risiko einer unvollständigen Tetanusimpfung bei erhöhter Infektionsgefahr wurde in Kauf genommen, die vom Arzt geforderte stationäre Behandlung wäre nur unter Verzicht auf die Urlaubsreise möglich gewesen. Stattdessen habe ich mich (als ausgebildete Krankenschwester) unterwegs selbst versorgt, zumal eine angemessene und zuverlässige Wundversorgung vor Ort durch Fachkräfte nicht gegeben war …
Diese Summe enthält nicht die Beeinträchtigung des Urlaubs durch Schmerzen und Verbandswechsel während der 24-stündigen Flugreise, durch Medikamenteneinnahme (Schmerzmittel und Antibiotika während der 1.Woche), durch Schwierigkeiten beim Gepäcktransport und durch Einschränkung der Möglichkeiten zu schwimmen und zur Körperpflege.
Zurückgeblieben sind eine 2cm lange, auffällige Narbe auf der Oberseite des Unterarms und 2 Punktnarben.

An die
Concordia Versicherungsgruppe
Da Sie die von mir vorgelegte Forderung nicht in allen Teilen nachvollziehen können, möchte ich Ihnen hiermit eine neue vorlegen, die sich auf einem Urteil des Landgerichts Frankfurt vom 19.9.88 begründet. danach wird für einen „erheblich beeinträchtigten Urlaubstag“ 60% und für einen „vertanen Urlaubstag“ 100% der durchschnittlichen Tageskosten der Urlaubsreise angesetzt: …

„Der Alte saß in einem Schaukelstuhl auf seiner baufälligen Veranda, sonnte sich und lugte hinaus zur Grand Avenue, ein Hündchen im Schoß. Der Mann war dünn, der Hund war fett, aber sonst wirkten die beiden ziemlich gleich. Ein dunkelbrauner kackfarbener Hund, der aussah, als habe man ihn mit der Luftpumpe aufgeblasen. Seine Augen traten hervor, er fletschte die Zähne. Der Alte hielt ihn schaukelnd fest. Das Tier habe ihn, behauptete er, vor lebensgefährlichem Asthma bewahrt. Suttree begutachtete skeptisch den gedunsenen Hund.
Den würd ich nichma‘ für ’ne Kriegsopferrente hergeben, sagte der Alte.
Der Hund äugte seitwärts über die Schulter und knurrte Suttree an.
Wenn ich mal sterb, dann kommter mit mir. Wir werden beide miteinander begraben. Iss alles schon arrangiert.
Aha.
Häng halt so arg an ihm. Der Alte nahm das Tier in die Arme.
Und wenn er vor Ihnen stirbt?
Was?
Ich hab gesagt, wenn er vor Ihnen stirbt?
Der Alte warf Suttree einen argwöhnischen Blick zu.
Ich meine, wenn er als erster stirbt, werden Sie dann etwa eingeschläfert?
Nee, also das wär nu doch zu verrückt.
Naja, vielleicht können Sie ihn einfrieren lassen. Und heben ihn dann einfach auf, bis es soweit iss.
Der Alte drückte das bizarre Tier an sich. Das wär natürlich ’ne Möglichkeit, sagte er."
(Cormac McCarthy, „Verlorene")

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