Kaserniert

Krankenhaus

Liebe Mutter!

Aaltje berichtete mir, daß Du es doch wieder nicht lassen konntest, Dich aufzuregen. Ich hatte schon überlegt, Dir von meinem Zusammenbruch erst so nebenbei anläßlich meines Geburtstages zu erzählen. Dann wäre ja alle Aufregung wirklich zu spät gewesen.

Ich habe gerade zum 1. Mal wieder etwas zu essen bekommen – irgendeinen Schleim, den wahrscheinlich ein anderer Patient ausgekotzt hat: 2 Schälchen von einer Art Vanille-Flüssigkeit (1 hab ich geschafft), 1 Schälchen Schokoladen-Pudding (den ich ratzekahl auffutterte), 1 Blöckchen (20g) deutsche Marken-Butter, über deren Verwendung ich mir auch nach längerer Betrachtung nicht klargeworden bin (geht also zurück) und 1 Kännchen Tee von undefinierbar süßem Geschmack mit christlichem Sinnspruch auf dem Teebeutel-Anhänger.

An meiner Bauch-Wunde hängt eine Dränage mit Blutbeutel, und gerade habe ich noch 1 Anti-Trombosespritze bekommen.

Es war schon ein tolles Ereignis. Den Durchbruch hatte ich nach der üblichen nachtlangen Kolik morgens so gegen 6:00 auf dem Klo. Danach dachte ich, es geht zuende. Atem nur noch ganz flach und stoßweise, und Aaltje meinte, ich wäre schon ziemlich blau gewesen. Dabei hatte ich am Abend vorher nur 1 Bier getrunken. Auf die Idee, mit 1 Krankenwagen ins Krankenhaus zu fahren, kam ich gar nicht. Ich war nur noch Schmerz, so daß das Sofa mitgezittert hat.
Am schönsten war dann eigentlich, daß der Arzt, den ich vor etwa 2 Jahren in ähnlicher Situation aufgefordert hatte: „Schneiden Sie mir endlich das Ding raus!" Und der damals meinte, Blinddarm ohne Fieber sei untypisch, das könne er nich machen, JETZT, nach der Operation meinte: „Sehen Sie, das habe ich Ihnen ja schon damals gesagt." Na ja, nu isser wech, und ich kann schon wieder gehen und sehe auch keine Sterne und Spiralen mehr. Aber wenn man bedenkt, was mir diese Geschichte seit 1986 für latentes und offenes Unwohlsein verschafft hat, dann hätte man das ja auch abkürzen können, und mich nicht erst in eine lebensgefährliche Situation kommen lassen. Hoffentlich ist dies Thema nun endgültig erledigt, und ich kann bald wieder in meinen Garten zu meinen Lieben.

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