Dachreiter

schwierige-Situation

Es war kurz vor meinem Geburtstag an einem schwül-warmen Sommerabend, kurz nach meiner Wiedergeburt. Die Abende waren hell dort in Mitteleuropa. Ich saß auf der Veranda aus schweren, dicken Eichenbrettern, aus dem Atelierfenster klang die Filmmusik von „The Last Emperor".
Auf dem vorletzten Firstziegel am Südgiebel des Nebengebäudes ließ sich 1 Taube nieder, 2 blaue Plastikringe an den Beinen, das Beingefieder im Wind leicht bewegt. Ich betrachtete sie in Arsch-Perspektive, 1 Schiß lag schon auf dem Ziegel. Die grauen Flügel leicht hängend, wie nach einem langen Flug, der Kopf stolz erhoben, beobachtend. Ab und zu ein Schließen der Lider. Im Fernglas stand ihre schwarze Silhoutte gegen die westliche Sonne. Dazu diese chinesische Musik.
Plötzlich sah ich Dachreiter aller Art in meinen Gedanken an mir vorbeiziehen. Die Hähne in Kyoto auf dem goldenen und silbernen Pavillon, chinesische, thailändische. Ich hatte früher keinen Sinn dafür, dachte, man könne genauso gut drauf verzichten. Aber es lag etwas Majestätisches in der Haltung der Taube auf dem Dach. Weit über das Land zu blicken im lauen Sommerwind – ähnlich wie Moderattfahn aufe Landstraße.
Deshalb beschloß ich, mich an meinem Geburtstag – wenn schon nich auf’s Dach – so doch wenigstens auf den Schornstein zu setzen.
Wurde aba nix draus, weil es regnete.

aufem-Schornstein

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