Freitag Nachmittag Metropolis

Schrecken-der-Geselligkeit

Spätnachmittag in der Hafenstadt. Freitag. Jede Menge Besoffene. Sich umarmende, rotgesichtige Berber. Jugendliche grölend, einen mit Bierdosen gefüllten Einkaufswagen vor sich herschiebend. Zeterndes Eheweib beim Griechen in der Markthalle: „Komm jetzt nach Hause! Nein, kein Ouzo mehr!"
Der Grieche sagt: „Wir haben noch Zeit", schenkt schnell ein und verschüttet dabei ein wenig auf den Tisch. Der gerötete Ehemann trinkt hastig und verabschiedet sich auf griechisch. Die Frau stapft vorneweg.
Verhaftete werden vorm Polizeipräsidium angeliefert. Wir mittendrin, weil Aaltje im selben Moment ein Tropfen vom Gesims genau auf die Brille fällt.
Zuhältertyp von Richtung Ostertor mit Tätowierung und blauem Auge senkt den Kopf, als sein Blick den meinen trifft. Neben ihm geht ein Neger.
Auf dem Autobahn-Rastplatz brennender VW-Bus.
Sonst noch was?
20˚ drinnen wird kälter empfunden als 18˚ draußen mit höherer Luftfeuchtigkeit.

Jim Whiting (*1951), Maschinentheater „Die Schrecken der Geselligkeit" in André Hellers „Luna Luna"

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