Wirklich?

„Er sagt, was er sagen will, mit der Arglosigkeit der Einfachen im Geiste und im Herzen, mit der Natürlichkeit eines Kindes. Er malt, was man verehrt, was man glaubt, wie man daran glaubt. Er vertieft sich in seine verinnerlichte Welt, schließt sich darin ein, erhebt sich und ergießt sich darin. Nichts von der Außenwelt dringt in dieses Heiligtum der sich in vollem Ruhestand befindenden Seelen ein, weder was dort getan wird, noch was man dort denkt, noch was man dort sagt, und auch nicht, was man dort sieht.
Stellt euch inmitten der Abscheulichkeiten des Jahrhunderts einen privilegierten Ort vor, eine Art engelhafter, ideal stiller und abgeschlossener Welt, wo die Leidenschaften schweigen, wo es keine Zwietracht gibt, wo man betet, wo man anbetet, wo alles sich verklärt, physische Häßlichkeit, moralische Häßlichkeit, wo neue Empfindungen entstehen, wo wie Lilien Unbefangenheit, Zartheit, übernatürliche Sanftheit wachsen, und ihr werdet eine Vorstellung der einzigartigen Seele Memlings haben und des Wunders, das er in seinen Werken schuf.“ E. Fromentin, „Les Maîtres dáutrefois: Belgique“, 1876

Memling-Enthauptung-Johannes

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