Stille ertragen lernen

Eiszapfen

„Wochenpost“: Wir haben viel versäumt. Wir haben die Nachwachsenden um Geheimnisse gebracht; wir haben ihnen vorenthalten, daß zu einem erfüllten Leben Mühe, Schmerz und Verzicht gehören, daß Licht und Schatten einander bedingen, daß man ohne Schwarz das Weiß nicht ausmachen kann. „Kürze die Spanne zwischen Begehr und Gewähr, und und du hast alle Gefühle ausgerottet!“ sagte Orwell.
Wir unterschätzen eine Kultur der Mühe und der Kontemplation. Eine Dimension der Langsamkeit und der inneren Einkehr ist dem abendländischen Denken eher fremd. Der Pragmatismus des industriellen Zeitalters leugnet Erfahrungen, die sich nicht messen lassen wie Ekstase, Trance und Versenkung. Immer mehr Menschen können heute kaum mehr die Stille ertragen. Sie können Dinge und Wesen um sich herum nicht in Ruhe lassen. Auch solche Verdrängung und das Beobachten dieser Phantasielosigkeit macht junge Menschen heute anfälliger für jede Art von Grenzüberschreitung.

Von wegen „versäumt“! Erzähl das mal den „jungen Menschen“, in denen gerade die Hormone brodeln, und die auf keinen Fall die Attraktionen der Stadt gegen die Öde des Landlebens eintauschen wollen! Und was, wenn man auch und gerade in Südostasien auf das gleiche Phänomen trifft? Welche Realität hat dann noch eine „Dimension der Langsamkeit“? Thoreau wollte nur Muße zum wirklichen Leben.

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