Schöne Dinge ohne Bedeutung

klassisch-doof

Alle schönen Dinge sind ohne Bedeutung und am Ende nichts wert. Schon gar nicht, daß man entfremdete Arbeit verrichtet, um sie zu erlangen.

„In den nächsten 5 Tagen regelte er seine Angelegenheiten, rief den Vermieter an und sagte ihm, er könne sich einen neuen Mieter suchen, schenkte seine Möbel der Heilsarmee, meldete Gas, Strom und Telefon ab. All das geschah mit einer Unbekümmertheit und Brutalität, die ihm tiefe Befriedigung verschaffte, doch nichts davon reichte an das Vergnügen heran, einfach Dinge wegzuwerfen. …, ging er mit der gleichen brutalen Gründlichkeit vor und behandelte seine Vergangenheit wie einen Haufen fortzuschaffenden Müll. …; seine Plattensammlung verkaufte er an einen Secondhandladen in Cambridge. Diese Transaktionen hatten gewiß etwas Schmerzliches, doch Nashe begann diesen Schmerz beinahe zu begrüßen, sich von ihm veredelt zu fühlen, als würde es ihm, je weiter er von seinem alten Ich abrückte, in der Zukunft desto besser gehen. Er kam sich vor wie einer, der endlich den Mut gefunden hat, sich eine Kugel in den Kopf zu jagen – nur daß in diesem Fall die Kugel nicht den Tod bedeutete, sondern das Leben; die Explosion, die die Geburt neuer Welten einleitet.
… Mit der Zeit war ihm sein neues, freies und unverantwortliches Leben ans Herz gewachsen, und von da an gab es keinen Grund mehr aufzuhören.“

Paul Auster, „Die Musik des Zufalls“, 1992

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