Numenius arquata oder gückükkück

Bruecke-am-Kwai

Große Brachvogelschau auf 100-200m Entfernung. Das Männchen im Fluge flötend, trillernd („tloiht“ oder „tlüihd“ oder „gückükkück“), Bussard angreifend in großer Höhe bis in die Regenwolken. Hinter dem Weibchen liegt ein Rehpaar am Grabenhecken-Rand, friedlich. In der Ferne durch die aufsteigendem Wärmeschlieren die Dächer des Moorhofes wie flimmerndes Wasser. Krähen werden im gemeinsamen Flug abgewehrt, Staren wird in infanteristischer Verfolgung nachgesetzt und in den Hintern gepickt. Frischlebendig, klar, sinnvoll.
Menschenwerk ist immer nur chaotisch. Zernarbtes Gesicht, gelockte, schwarze Haare. Natur hinterläßt Zeitspuren. Aber der Mensch scheint sich von Natur abkoppeln zu wollen. Dagegen findet auf den Sumpfwiesen Moorleben statt – völlig unabhängig vom Fernseh-Programm. Die Kabel, die ich hier aus dem Boden ziehe, bestehen aus Brennessel- und Himbeerwurzeln. Nichts fliegt in die Luft, nichts stürzt zischend in den Fluß, Messer bleiben in der Scheide.
Ein „Pfauenauge“ oder „Kleiner Fuchs“ (Wieso „Fuchs“? Fliegender Fuchs? Andere heißen „Brauner Bär“ oder „Damenbrett“) setzt sich auf den Birkenstamm, legt die Flügel flach an, schließt sie wieder, zittert ein paarmal in der Frühlingssonne und fliegt davon. Hier und jetzt.

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Ein Gedanke zu „Numenius arquata oder gückükkück

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