Unfähigkeit zur Illusion

Rodin-Hoellentor

„Nur der Schriftsteller ohne Leser kann sich den Luxus leisten, aufrichtig zu sein. Er wendet sich an niemanden, höchstens an sich selber.“

Auch die Abneigung gegenüber Denksystemen und schematisierenden Kategorien will erlernt sein. Emil Cioran (1911-95), der sich vom Hitler-Bewunderer zum buddhistisch inspirierten, desillusionierten „Privatnachdenker“ wandelte, über Nietzsche: „Er hat die Menschen nur aus der Ferne beobachtet. Hätte er sie aus der Nähe betrachtet, so hätte er niemals den Übermenschen aushecken noch preisen können.“ Cioran dagegen bemühte sich, nicht ans Ziel zu gelangen, nicht anzukommen. Dieser geistige Leerlauf bei gleichzeitiger Erfahrung höchster Erfüllung war für ihn nur in der mystischen Ekstase sowie im musikalischen Erlebnis möglich. „Ich habe nicht die Weisheit besessen, meine Möglichkeiten brachliegen zu lassen, wie es die echten Weisen tun, die ich bewundere, jene, die ganz bewußt nichts aus ihrem Leben gemacht haben.“

http://www.wdr5.de/sendungen/philosophische-radio/s/d/08.04.2011-20.05.html

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