Preußisches Ehrgefühl

Ernst Lackner (1879-1973)

Mein Großvater mütterlicherseits, Ernst Lackner (1880-1973), war für mich immer die Verkörperung preußischer Aufrichtigkeit, und ich hatte ein enges Verhältnis zu ihm bis in seine letzten Stunden. Er war es auch, der mir von den Juden-Transporten auf LKW erzählte. Er beobachtete, wie sie in den Wäldern verschwanden und nicht mehr zurückkamen. Jeder hätte sich eigentlich fragen müssen, was dort mit ihnen passierte. Ich erinnere mich, wie er aus seiner Zeit als Postrat in Danzig von einem Dienststellen-Leiter berichtete, bei dem er zur Revision erschien. Jenem konnte er im letzten Moment den Revolver wegnehmen, mit dem der Beamte sich erschießen wollte, weil er Gelder unterschlagen hatte.

Anders als für Franzosen, die sich nach anfänglich erfolgreicher Aggression in der Regel auf der Flucht befanden, war Beutemachen im Feindesland für das preußische Militär tabu. Gneisenau („Begeistere das menschliche Geschlecht erst für seine Pflicht, dann für sein Recht!“) setzte 2 Bedingungen für die Aufnahme in den Generalstab voraus:
1. universale Bildung
2. unbedingte Achtung vor fremdem Eigentum
Als 1815 im ersten französischen Quartier eine goldene Tabaksdose abhanden kam, war Gneisenau wie der Teufel hinter dem Dieb (Blücher) her.
1871 revidierte ein General ein Requisitionskommando. Auf einem Wagen wurde Champagner gefunden. Der kommandierende Offizier wurde als untauglich für den Felddienst in die Garnison zurückgeschickt, weil Lebensmittel (wie Wein) requiriert werden durften, Champagner aber zu bezahlendes Genußmittel war. Dieses Verhalten änderte sich langsam mit den Generationen und der Kriegsführung, und in den als Folge des 1.Weltkriegs von Frankreich besetzten Westgebieten zeigte sich der Unterschied drastisch. Unter dem Vorwand nicht geleisteter Reparations-Lieferungen (Telegraphenstangen) wurde nicht nur im Rheinland 1918-30 ein Terror-Regime etabliert, das die Loslösung dieser Gebiete von Deutschland zum Ziel hatte („L‘Allemagne paiera tout.“). „Seit der List mit dem Trojanischen Pferd habe die Geschichte keine ähnliche Verwendung des Holzes registriert“, kommentierte der englische Vertreter in der Reparations-Kommission.
Seit 1914 stahl dann jeder deutsche General, so daß man im September 1939 in jeder neubesetzten polnischen Stadt den Wettlauf von Offizieren und Mannschaften nach den Juwelierläden beobachten konnte.

diebischer-Deutscher

„Der diebische deutsche Soldat im Wandel der Zeit“
(französische Hetze im Kinderlesebuch)

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