Wo ist Achim?

Plakat

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Karl Valentin

Ohne Peter, der zufällig den Ausstellungs-Betrieb des Kunstvereins Achim organisierte, wäre meine letzte Ausstellung wohl kaum so geglückt. Massenhaft gibt es Künstler, die ihre Arbeiten präsentieren wollen, aber nur wenig gute Plätze, die man ohne Beziehungen kaum bekommt. Das Foyer des Rathauses eignete sich vorzüglich um große Bilder ebenso wie kleine Grafiken zu zeigen. Viel Platz und gutes Licht. Dabei durch den Publikumsverkehr besser besucht als viele Galerien.

Also wurde ein Transporter gemietet, mit dem ich meine Bilder nach Achim karrte. Im Erdgeschoß hatte man genügend Platz um Großformatiges zu hängen und zu betrachten, und die Emporen im 1. und 2. Stockwerk waren ideal für Grafik. Einen ganzen Tag lang hängte ich zusammen mit Peter, wobei mich eine Hexe beschoß, wegen der ich bei der Eröffnung mit Stock auftrat, und nach einer Pinkelpause bekam ich meinen Hosenreißverschluß nicht mehr zu. Also mußte ich vorne offen weiterarbeiten. Bei Feierabend waren wir immer noch nicht fertig. Der Hausmeister verabschiedete sich und meinte, ich bräuchte nur die Tür hinter mir zu schließen. Dann war ich allein im großen Rathaus, packte meinen Kram zusammen und beschloß, mit dem gläsernen Fahrstuhl ein letztes Mal bis ganz oben zu fahren, um auf diese Weise einen Gesamteindruck zu bekommen. Es sah alles prächtig aus. Ganz oben angekommen, machte auch der Fahrstuhl Feierabend und weigerte sich, wieder runterzufahren oder mich wenigstens rauszulassen. So saß ich mit großartiger Sicht über mein Gesamtwerk und die Stadt Achim etwa 1Std. lang fest, bis unten die Vorsitzende des Kunstvereins erschien, die den Hausmeister benachrichtigte, der mich dann mürrisch befreite.

Rathaus-Achim

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9 Gedanken zu „Wo ist Achim?

  1. Da hast Du aber Glück gehabt, daß es nicht Freitag war und bis Montag kein Mensch gekommen wäre,
    Bis Montag wärst Du verhungert, denn die brotlose Kunst kann man verkaufen, aber nicht essen.
    Außer Karl May, der trank Tinte und aß Papier.

    Ich hab auch einen Ausstellungsraum gefunden!
    Zwar nicht im Rathaus (die haben bloß eins aus Fachwerk, da ist kein Platz),
    dafür mutmaßlich sehr zum Ärger des Rathauses.

  2. Zerschnippselte Zeitungen („Pressefreiheit“,
    eine durch ein Grundgesetz gebohrte elektrische Heckenschere („grundgesetztreuer Politiker“),
    und feinste Asche und Brandschutt zu Herrenmenschentorte geformt („Hitlergeburtstagstorte“).

  3. Meine gesammelten Werke, die hier zum Teil schon aufgetaucht sind. Leider hab ich mich damals nicht um gute Fotos gekümmert, deshalb kann ich nicht mehr viel zeigen. Einige folgen noch.
    Das von der Decke hängende Werk war nicht von mir sondern Rest einer vorherigen Ausstellung.

  4. Ja, ich hätte noch ne Menge machen können, aber das Leben war mir wichtiger als die Kunst.

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