Das Modell

Peter&Aaltje

Mehr als ein Jahrzehnt hatte ich für die Planung unseres Hauses Zeit. Neben meiner Erfahrung japanischer Bauten waren es die Eindrücke der vielfältigen Architektur Indonesien, die ich studierte, vermaß und zeichnete. Hölzerne Minangkabau-Häuser auf Sumatra, die bizarren Holz-Konstruktionen der Toraja in Zentral-Sulawesi und gemauerte chinesische Tempel auf Java und Sulawesi. Jedes Jahr entstanden neue Zeichnungen. 3 Grundideen kristalisierten sich schließlich heraus:
1. Das Haus sollte teilweise auf Stelzen im Wasser stehen.
2. Nicht nur aus klimatischen Gründen sollte es sich zur Natur hin öffnen und möglichst transparent sein.
3. Es sollte eine minimale Größe für 2 alternde Bewohner haben.

zu 1.: Wegen der Hanglage auf Naßreis-Terrassen ließ sich das leicht verwirklichen.
zu 2.: Sehr bald erfuhr ich Aufdringlichkeit, Neugier und kriminelles Verhalten der Wilden. Ein offenes System wie auf Bali war nicht möglich. So kam ich zur Atrium-Lösung, bei der man zumindest innen die Räume tagsüber offenhalten konnte. Wegen der Aufheizung durch die Sonne, mußte das Haus auf der Ost- und Westseite weitgehend geschlossen sein.
zu 3.: Schon durch die Innenhof-Lösung wurde das Haus größer als minimal. Verschiedene zu erfüllende Funktionen blähten das Volumen weiter auf. Da die einzelnen Einheiten aber knapp bemessen wurden, ist die Anlage trotzdem relativ klein. Die notwendig großen Dachüberstände und Terrassen lassen sie wesentlich größer wirken.

Das Modell baute ich so, daß es in einen kleinen Koffer paßte. Bis zur Auswanderung war es schon wieder überholt, und ich schenkte es Architekt Turner, von dem ich das Hausbauen gelernt habe.

Hausmodell

Und so sieht das heute aus. Geblieben sind das 1stöckige Haupthaus, die Wasserturm-Pagode und die Innenhof-Lösung. Dazugekommen ist ein umschlossener Außenhof mit Gäste-Trakt.

Heim-von-SO

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6 Gedanken zu „Das Modell

  1. Wie sind denn Deine Erfahrungen mit dem Schlafen im 1. Stock?
    ist meine Idee naiv, man könne nachts oben rundum alle Fenster offen haben und hat dann erträgliche Temperatur inkl. ein wenig Luftzug?
    Je höher desto heißer heißt es ja normal.
    Zumal ich am Liebsten auch noch Stelzen unter allem hätte.

  2. Oben ist es immer wärmer, und ohne Durchzug ginge es nicht. Vor allen Öffnungen muß Moskitoschutz sein, was bei Schiebe-Türen kaum möglich ist. Rundum geht nicht wegen der tiefen Ost-Westsonne.
    Nur auf Stelzen verschenkt viel Platz im Erdgeschoß.

  3. Die übliche Bauweise bei uns im Norden scheint zu sein: nach oben schräg gerichtete Lüftungsschlitze kurz unter der Decke. Kamen trotrz teich rechts und links neben dem Haus kaum Moskitos rein, möglicherweise wegen der Eidechsen-Rennen überall auf Dach und Wänden.

    „Nur“ Neubauten und was Europäer so mögen wird hier „dicht“ gebaut.

    ich habe die böse Vermutung, es muß aber doch einen guten Grund haben daß die hier seit Jahrhunderten ganz anders gebaut haben.

    OK, wenn kein Schlafen „oben“ möglich, erhöhen auch ständige Menschenansammlungen rund ums Haus die Sicherheit. Ist auch geselliger 🙂

  4. Dicht mit AC kommt für mich nicht in Frage. Mein Schlafzimmer ist oben unterm Dach. Am besten sind regulierbare Öffnungen, denn ein offener Giebel ist bei Sturm nicht so lustig. Es gibt wunderschöne traditionelle thailändische Holzarchitektur. So viel ich weiß, ist das Teakholz zu teuer geworden. Warum die Menschen früher geringere Lebenserwartung hatten, steht auch in Relation zur Architektur. Hier stirbt man u.a. an Malaria und Dengue. Die Geckos wirst Du noch hassen. Sie haben nämlich eine Verdauung und sind ÜBERALL, auch im Toaster und PC. Was die Geselligkeit betrifft, das ist wie mit den Geckos – nur lauter.
    Hier findest Du weitere Fotos: http://insellos.wordpress.com/tag/heimisch/

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