Kombinierte Kulturen

Portraet-Rolf-Kruse

Thomas Dobat vor 2 seiner Bilder. Links ein Tempel in seiner ganzen Pracht, rechts ein wunderschöner Lotusgarten mit einer typischen indonesischen Alltagssituation. Ein Bauer und sein Wasserbüffel pflügen ein Feld. (Foto: Rolf Kruse)

Asiatischer Alltag und westliche Welt
Thomas Dobat kombiniert Kulturen / „Weserkurier“ 3.11.97

Achim. Thomas Dobat wird im Juli 1999 Deutschland verlassen. Er will ein Haus mitten in Reisfeldern von Nord-Sulaesi bauen und dort mit seiner indonesischen Frau leben. Den Ausstieg hat der Maler und Kunsterzieher sorgsam vorbereitet, auch durch seine Kunst. In den Bildern, die seit gestern im Rathaus zu sehen sind, nähert er sich seiner neuen Heimat an. Er malt aber nicht nur typische asiatische Alltagssituationen und Landschaften. In den Ölbildern, Grafiken und Radierungen werden Elemente westlicher und asiatischer Kultur, aber auch persönliche Erlebnisse kombiniert.
In der Verkaufsausstellung handelt es sich um überwiegend großformatige, farbensprühende Ölbilder, die vom Leben in Indonesien und anderen asiatischen Ländern erzählen. Hier pflügt ein Bauer mit einem Wasserbüffel das Feld, dort ist ein wunderschöner Garten mit Lotosblumen und im Hintergrund ein Vulkan zu sehen. Japanische und chinesische Tempel, Titel wie „Wayang“ und „Korban menit“ – „all das erscheint fremd“. So beschrieb auch Ingrid Guderian, Vorsitzende des Kunstvereins ihre und die Eindrücke des Publikums.
„Dort und später“, der Titel der Ausstellung weist auf die Zukunft, auf das Leben, das Thomas Dobat erwartet. „Hier und jetzt“ zeigen seine Bilder die Widersprüche eines Menschen, der sich in unterschiedlichen Kulturen bewegt“, erläuterte sie. Besonders deutlich wurde das in dem Werk mit dem Titel „Multikulturelles Gruppenbild“. Thematisch werden nicht nur indische, indonesische und chinesische Menschen, Gebäude und Landschaften dargestellt. Dobat baute auch Splitter seiner eigenen Geschichte ein. Eine Figur sieht aus wie das Krümelmonster aus der Sesamstraße. Es handelt sich um eine Zeichnung seines Sohnes, der so seine Mutter malte. Auch ein Portrait des Vaters des Künstlers und Arbeiten seiner Schüler gehören zum Multikulti-Werk.
Peter Schneckenberg, Kunsterzieher am Cato-Bonthes-van-Beek-Gymnasium und Studienfreund des Künstlers, der die Ausstellung nach Achim geholt hat, machte in seiner Einführung deutlich: „Es gibt nicht mehr das ganz andere. Letztlich reist man immer zu sich selbst.“
Und so fand er es auch nicht weiter ungewöhnlich, daß eine indonesische Juristin, Dozentin an der Universität Jakarta, ihre Doktorarbeit in Bremen schreibt und im Achimer Rathaus dafür sorgt, daß das Publikum sich etwas weniger fremd fühlte bei der Konfrontation mit asiatischer Lebensweise. Maria Kadariah und ihr Sohn Christian Wisnu vermittelten asiatische Lebensphilosophie über den Tanz. Die Gegensätze konnten nicht krasser sein: Draußen ein trister, feucht-kalter, dunkler Novembertag. Im Rathaus aber wurde das Publikum in eine andere Welt entführt, durch die Bilder und die exotische Musik. Wie Bürgermeister Christoph Rippich treffend sagte: „Die Ausstellung ist etwas ganz Besonderes.“

Sylvia Wörmke

Ingwerverkaeufer-83

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