Begegnung mit Indonesien

Maria-Kadariah

Wo die Sprache scheitert, da helfen Musik und Tanz. Um anläßlich der Eröffnung der Ausstellung „Dort und später“ im Achimer Rathaus mit Werken von Thomas Dobat einen Eindruck von der Kultur Indonesiens zu vermitteln, setzte man darum auch nicht auf Worte, sondern ließ Maria Kadariah und ihren Sohn tanzen. Mußten sich die Ohren auch erst an die fremden Klänge gewöhnen, waren Bewegungen, Gesten und Mienen doch zumindest im Ansatz auch für den Abendländer zu verstehen.
Maria Kadariah wurde in Yoyakarta, der kulturellen Hauptstadt Indonesiens geboren. Nachdem sie ihre Jugend auf Sumatra verbrachte, kehrte sie nach ihrem Jurastudium in ihre Heimatstadt zurück. Sie steht ganz in der Tradition ihrer Heimat und möchte dies auch in ihrem Tanz vermitteln. Der Tanz „Burung Merak“, auf deutsch „Der Pfau“, kommt ursprünglich aus Zentraljava und ist Ausdruck einer Lebensphilosophie, die das Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch in den Mittelpunkt stellt. Die Grundbewegung stammt aus der altjavanischen Tanztradition. Am Anfang zeigt der Burung Merak noch eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Natur. Der Pfau lebt friedvoll in einer intakten Umwelt. Als der Mensch in die Natur eingreift, Wälder abholzt, die Tiere aufstört und die Umweltverschmutzung zunimmt, gerät alles aus dem Gleichgewicht. Am Beispiel des sterbenden Pfaus wird gezeigt, daß die Natur unter diesen Bedrängnissen zusammenbricht.
(„Weserkurier“)

Eine typisch bremische Interpretation. Umwelt-Probleme sind in der javanischen Tradition kein Thema, und auch heute findet man eher Müll als ökologisches Bewußtsein in Indonesien. Tatsächlich handeln die alten Geschichten von Konflikten zwischen Menschen und Göttern und den Göttern untereinander, die sich sehr menschlich verhalten. In dieser Weise muß das Gleichgewicht der kosmologischen Ordnung wiederhergestellt werden. So wie ich mich erinnere, hat Maria eine eigene Interpretation des Tanzes entwickelt, in den sie auch ihren Sohn einfügte.

Maria&Sohn

http://www.youtube.com/watch?v=k9Cg-gK7PxM&feature=related

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2 Gedanken zu „Begegnung mit Indonesien

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