Auf dem Geisterschiff

Havarie

Gottfried Benn hackt sich mit spitzer Stimme durch die Klassik:
„… die Frage erwartend, steht das Gras auf der Düne.“
Na sowas!
Und dann spielt das „Penguin Café Orchestra“ etwas auf klassischen Instrumenten, das überhaupt nicht klassisch klingt, sondern dahintreibt wie das Meer.
Und ich tanze den Matrosentanz, wobei sich meine Wunde am Fuß wieder öffnet und Blutspuren auf den Boden zeichnet.
Und es ist schön.
Ach Kultur!
Wie werde ich dich vermissen.
Dann esse ich Makrönchen und trage dazu weiße Socken.
Und die Balken meines Hauses, das ich zum Verkauf angeboten habe, um ein Heimatloser zu werden, sind schwarz.
Auf dem Geisterschiff.
Ahoi, Kameraden, ahoi!
Am Horizont kommt Singapore in Sicht.
Und die Anleger flüchten aus Asien.
Japan bricht zusammen, Korea auch.
Wieder werden kleine Katzen geboren, große Katzen sterben überaschende Tode.
Das Schiff nimmt seinen chaotischen Kurs.
Niemand erwartet eine Frage.
Dünen verwehen.
Die Krötenernte wird gut.
Das Regensoll für Juni ist schon erfüllt.
Zigarrendicke, schwarze Nacktschnecken schleimen herum.
Die Vögel auffällig still.
Die Hände kalt.
Wer steht am Steuerrad?
Noch ein ganzes Jahr.
Mein Sohn wird Matrose.
Einen Tag später Wehrdienstverweigerer.

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