Komplizierte Mode

Seyfried-Mode

„Nein, ich habe keinen Besuch: Das sind alles MEINE Schuhe!“ (Facebook-Gruppe)

Die ehemalige Grundschullehrerin und spätere Mode-Designerin Vivienne Westwood (*1941) hatte in ihren Anfangsjahren sehr erfolgreich auf die falschen gesellschaftlichen Bewegungen gesetzt. Das korrigierte sie 57jährig in einem „Stern“-Interview (11/99) ähnlich radikal: „Wenn es einen Lebenssinn gibt, dann den der täglichen Selbsterziehung. Die Menschen sollten sich mehr anstrengen, weniger dumm zu sein … Was bei der Masse ankommt, ist selten originell oder von Rang. Außerdem interessieren mich junge Menschen nicht sonderlich. Sie sehen zwar oft schön und gesund aus, aber was haben sie denn schon zu sagen? … Da sind junge Leute mit ihrer widerwärtigen Spaßkultur meist eine äußerst unerfreuliche Erfahrung. Wenn ich eine Rebellin sein sollte, dann rebelliere ich gegen die vulgären Anmaßungen der Jugend. Die fragt immer nur; ‚Was ist neu, und was ist modern?‘“ Trotzdem heiratete sie 1992 einen 26jährigen Tiroler. „Ich glaube nicht mehr an Politik und Revolution. Nur Kultur kann die Welt lebenswerter machen … Ich schaue nicht fern und gehe nur ganz selten ins Kino. Die meisten Filme finde ich nichtssagend, denn sie stimulieren mich nicht zum Denken.“ Auch zu moderner Kunst und Literatur hat sie ein gestörtes Verhältnis. Ausnahme ist da Schriftsteller Thomas Bernhard, der das Landleben schrecklich fand: „Nur wenn man auf dem Land lebe, sehe man, was alles auf dieser Welt verkehrt sei.“ Inzwischen bietet sie Stolperschuhe und Klamotten für gehobene Sushi-Punks an.

Comic: Gerhard Seyfried (*1948), „Flucht aus Berlin“, 1990

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