Meine Mutter (III)

aus einem schwer leserlichen Brief vom 1.10.2000:

„… Was Du da vorfindest ist nicht stark erheiternd und ich mache mir große Sorgen! Heute ist wieder einer dieser warmen Sonntage und meine Gedanken sind wieder bei Dir. – Entschuldige meine Schrift, aber es geht mir nicht besonders gut. Nachdem ich wieder eine schlaflose Nacht hinter mir habe, will ich Dir nur kurz schreiben. – Es ist schön bei mir … Ich kann mir denken, in welchem Zustand Du Dich befindest. Das Einzige, was ich jetzt noch für Dich tun kann, ist, Dich zu bitten, komm nach Hause … jedenfalls wird Dein Medizinmann sicher nicht gesagt haben, daß Dein Krankheits-Zustand tödlich sein kann … und dann denke bitte an Dein Herz!!
So, das war alles, was mich so Tag und Nacht beschäftigt … Ich muß jetzt schließen, sonst platzt mir der Kopf. Wir haben nun herrliches Herbstwetter hier, mein Garten und mein Haus u. Hund sind das Einzige was mir das Leben noch lebenswert macht, alles andere habe ich verloren …“

Eigenartig der Begriff „nach Hause“. In dem Haus, in dem sie lebte, hab ich nie gewohnt. Meine Frau wird nicht erwähnt.

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