Der letzte Brief

Mutter-9.01

17.3.2002
Lieber Thomas!
Herzliche Zeilen zum Osterfest! Ich kann schlecht schreiben, habe „Betriebsunfall“ gehabt. Mareika hat meine Hand mit dem Stöckchen verwechselt und so hatte ich dann meine rechte Hand in ihrer Schnauze; mit Tetanus im Krankenhaus u.sw. Die Wunde heilt langsam zu; aber die Schmerzen waren nicht schlecht. Ja, es würde sonst auch langweilig werden! Gesundheitlich ging es auch nicht so gut (Asthma-Bronchiale) mit Erstickungsanfällen in der Nacht (Aaltje wird Dich aufklären.

Bevor nun alles hier durcheinander geht, habe ich inzwischen mein Testament gemacht (man kann nie so dumm denken, wie es kommt, würde Erich sagen…

Leb‘ wohl, mein lieber Thomas. Ich denke oft voller Wehmut an Dich.

Danach nichts mehr. Bei meinen Telefon-Anrufen fragt sie jedesmal, wo ich denn sei. Diese Gespräche werden für mich nicht nur technisch zur Belastung, weil sie nichts mehr im Gedächtnis behalten kann. So geht das noch fast 2 Jahre, dann wird sie im Januar 2004 vom Rettungsdienst auf dem Fußboden ihres Hauses gefunden und in ein Heim am Wohnort meines Sohnes eingewiesen. Was sich bis dahin an Raub, Betrug und Übertölpelung abgespielt hat, wird erst nach ihrem Tod im Jahre 2007 offenbar.

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