Bildungsgang

with-chipwich

Der griechische Philosoph Sokrates (469-399) stellte alles in Frage, was ihm seine Zeit-Genossen an Schein-Wissen boten. Das machte die Athener so nervös, daß sie ihn schließlich vergiften mußten:
„Es gibt nur ein einziges Gut für den Menschen: die Wissenschaft. Und nur ein einziges Übel: die Unwissenheit.“
„Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.“
Das Photo zeigt seinen Schüler Platon, nachdem er von einem Chipwich getroffen wurde.

Giordano-Bruno

Giordano Bruno (1548-1600) war ein italienischer Philosoph. Ursprünglich dominikanischer Mönch, verkündete er mit dichterischer Leidenschaft eine Lehre von der Unendlichkeit des Alls und erweiterte damit die des Kopernikus zum philosophischen Weltbild. Deshalb wurde er von der Inquisition in Rom erleuchtet:
„Man kann einen Baum nicht nach der Güte seiner Blätter einschätzen, sondern nur nach der Güte seiner Früchte.“
Meine 1. PC-Grafik mit W98 und „Paint“ illustrierte dieses Zitat von Bruno: „Es genügt zu wissen, daß es ein unermeßliches Gefilde, einen zusammenhängenden Raum gibt, der alles in sich hegt und trägt, der alles durchdringt. In demselben sind zahllose dieser Welt ähnliche Welt-Körper, von denen der eine nicht mehr die Mitte des Universums ist als der andere. Denn als unendliches All ist es ohne Zentrum und Umfang; …“

Thoreau

Der amerikanische Dichter Henry David Thoreau (1817-1862) lebte zwar nicht so lange im Wald wie ich, aber er hat 1854 das Buch „Walden. Or, Life in the Woods“ geschrieben. Seine Natur- und Einsamkeits-Philosophie hat mich stark beeinflußt. „Ich habe nie eine Gesellschaft gefunden, die so gesellig war wie die Einsamkeit.“ Seine Werke über „Civil Disobedience“ habe ich leider noch nicht gelesen. „Sag, was du zu sagen hast, und nicht, was du sagen solltest.“

Friedrich-Nietzsche

Für Friedrich Nietzsche (1844-1900) war Religion eine lebensverneinende Strategie. Dem Leben Sinn und Zweck von außen zuzuweisen, erschien ihm als Lüge. Das furchtlose Bekenntnis zur Zwecklosigkeit des Seins, sah er als Voraussetzung für eine Zukunft der Aufklärung. Nationalismus war für ihn Ersatz-Religion des Pöbels. Protestantismus definierte er so: „Halbseitige Lähmung des Christentums und der Vernunft.“
„Auch der Mutigste von uns hat nur selten den Mut zu dem, was er eigentlich weiß.“
Leider wurde er verrückt und fing an, mit Pferden zu flüstern. „Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern und Zeiten die Regel.“ Und er hatte einen schrecklichen Schnurrbart.

Freud

Sigmund Freuds (1856-1939) „Das Unbehagen in der Kultur (1930) fand ich als Schüler zufällig in der Hildesheimer Bahnhofs-Buchhandlung. Ich benutzte es als Munition im Religions-Unterricht, bekam aber trotzdem gute Noten, weil ich einer der wenigen in meiner Klasse war, der sich überhaupt engagierte. Typischerweise wurde Freud damals an den Gymnasien ignoriert.
„Die Gefühle der Masse sind stets sehr einfach und sehr überschwenglich. Die Masse kennt also weder Zweifel noch Ungewißheit.“
„Die Absicht, daß der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.“
Zwar hielt er seine eigenen erotischen Phantasien für allgemein gültig, aber er öffnete mit seiner Psychoanalyse Türen zum besseren Verständnis menschlichen Verhaltens.

Wilhelm-Reich

Wilhelm Reich (1897-1957) war Schüler von Freud, dessen Lehre er politisierte, in dem Sexualität nicht in kultureller Leistung sublimiert werden sondern – im Gegensatz zu Freud – als soziale Kraft befreit und zur Humanisierung der Gesellschaft eingesetzt werden sollte. In seiner „Rede an den kleinen Mann“ (1946) appeliert er an dieses entsetzliche Wesen, das das Tote liebt und das Lebendige haßt, das von Größe träumt, aber von Selbständigkeit nichts wissen will, das lieber einem Führer folgt als der eigenen Vernunft. Leider war er mit seiner „Orgon“-Theorie ziemlich über die Kante. 1933 mußte er aus Deutschland fliehen, doch wurde er in den USA genauso verfolgt. Es heißt, er sei von der „Atomic Energy Commission“ (AEC) und der „Food and Drug Administration“ (FDA) ausgetrixt worden. Er starb im Gefängnis. Ich warte immer noch auf die Verfilmung seines Lebens.

Zusammenfassung: 2/6 ermordet, 3/6 im Gefängnis, 4/6 verfolgt, 1 verrückt. Keine Bilanz, die zu Optimismus Anlaß gibt.

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Ein Gedanke zu „Bildungsgang

  1. Tatsächlich ist Herr Thoreau mit „Walden“ der einzige der hier aufgelisteten Personen, mit dem ich mich (durch das Lesen des genannten Buches) tiefgründiger befasst habe … Deswegen war es natürlich aber umso angenehmer, die anderen hier gut beschrieben vorzufinden.

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