Deutsches Heim

tiny-super-bang

Friedlich liegt das Haus des Kleinbauern am Südende des Ortsteils, klein, vierstöckig, mit rotbemalten Schindeln zusammengeschustert. Blumenpötte stehen vor den Fenstern und hängen ihren Plunder auf die Hauswände nieder – schwere, große Gewürznelken und rote, leuchtende Granaten. Vor dem Hause ist ein Garten mit Spargel und Heidekraut, einem Weg mittendurch vom Hauseingang zur Garage mit seinem Tropenholz-Tor. Aus der Gartentür, die zu schließen keiner sich die Mühe nimmt, tritt sich’s hinaus auf die Bundes-Straße – gerade an der Stelle, wo der Hausköter neulich übafahrn wurde.
Auf der Straße klappern die Pömps der Dörflerinnen. Wenn ein Fremder von einem der Sendetürme auf den Ortsteil niedersieht, kann er meinen, ein paar Kühe brüllen zu hören, aber es sind nur die Subwoofer der Dorfjugend. Das Fußballspiel ist zuende, und die Bauern kommen aus dem Stadion. Zu ihren Häuptern tutet gerade die letzte Tute ihr „TUUT!“ Es ist, wie wenn da und dort noch etwas Diesel-Geruch sich in Höhe und Weite verlöre, so lebendig lüftet es von dannen. Ein Schein von Sonne liegt auf der Öllache. Bebaute Berge schauen hernieder. Vielerlei monotone Wagen rauschen ins Tal.

sehr frei nach Ernst Zahn

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