Im Moor

Moorsee-88

Das war im 9.Schuljahr („Obertertia“), wo ich dieses Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff aufzusagen hatte. Meine Vorstellung war, daβ Annette von Droste-Hülshoff so wie meine Deutschlehrerin aussah – wie eine kleine, dicke, spitznasige Oma mit feinem Lächeln. Auch hatte ich damals noch keine Ahnung, daβ Annette etwa so viel vom Moor wuβte wie vom Torfstechen. Poesie war mir überaus suspekt. So redete doch keina! Und ich sollte mich da vorne hinstellen, und alle meine Mitschüler hofften, daβ ich mich versprechen würde, und ich sachte mir, du darfst dich auf keinen Fall versprechen!

„Annette von Droste-Hülsdorf – äh – hoff

Der Knabe im Moor

OhschwierichissübadasMoorzugehn
WoswimmeltvonHeidejauche
SichwiedieDomedieDünstestehn
UnddieAnkehäkeltinnerJauche
OschaurichissübadasMoorzugehn
WennderRööhrichknistertimRauche
FesthältdieZwiebeldaszitterndeKind
UndsaustübadieFlächewiedaWind
Wiedergespenstistsche – geschpen – gespeschtiche Gräberknecht
HuhuderbrichtwienirresRind
HinzucketdasKnäbleinvage
VomUfergucketderStrumpfempor
UnheimlichficketdieFöhre
DerKnabespanntdasOhr
Wiespieseltundknistertdadrin
DasissdieverhaspelteSpinnerin
DasissdasgespannteSpinnenohr
DiedenHasendrehtinderRöhre
DasissderfiebischeSiedlerSauf
DerdenHochzeitkellnergestohlen
DafriβtdasMooreinSeufzersteht
AllmählichrundetderHodensich
UnddrübennebenderHeide
StehtderKnabeanderScheide …“

„SETZEN!“

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Ein Gedanke zu „Im Moor

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