Schrecklicher Frieden

Gefangenenlager

CORRESPONDANCE DES PRISONNIERS DE GUERRE
Leutnant Hans Dobat
No du pisonnier: 878445
Nom du camp: 401(Hôt 11) Le Mans (Sarthe)

an seine Schwester Marta in Hannover (Zone Anglaise)

Camp des Prisonniers Le Mans 26.II.46
Liebe Marta! Glücklich über 1.Brief vom 26.12. Von hier Schreibmöglichkeit beschränkt. Bitte Anschr. von Kurt, Gerd, Otto. Kurt soll in Berlin nach Edith forschen. Dortige Verwandte: Versicherungsdirektor Lackner u. Holzgroßhändler Max Lackner, beide B.-Westen. (Aus altem Adreßbuch genaue Anschrift.) Verwandte auch in Kiel (Marineobering. Langrock, Straße?) Grüße alle!
Hans.

Am 20.11. 1945 nutzt mein Vater den Post-Dienst des Vatikans in Paris um Kontakt mit seinen Verwandten wiederherstellen zu können und schreibt an die Frau eines Marine-Oberingenieurs in Kiel, Frieda Langrock, geb. Lackner, aus der Familie meiner Mutter:
„Keine Verbindung mit Heimat. Letzte Nachricht von Edith aus Beraun 3. Februar. Schreibt bitte, was Ihr wißt. Bin gesund. Wünsche Euch alles Gute.
Herzliche Weihnachtsgrüße!“

Service-Vatican

„Kiel 7. Febr. 1946
Im Auftrage des Katholischen Hilfswerkes für Kriegsgefangene und Vermißte, eingerichtet auf Anordnung des Papstes Pius XII, darf ich Ihnen die beiliegende Nachricht von Ihrem in Kriegsgefangenschaft befindlichen Angehörigen übersenden. Ich freue mich aufrichtig mit Ihnen
Die von Ihnen geschriebene Rückantwort senden Sie bitte an folgende Adresse: Caritasverband
(23) Osnabrück
Schloß
Das Bischöfliche Generalvikariat wird dann diese Antwort an die zuständige Zentrale weiterleiten.
Mit freundlichem Gruß der Pfarrer der katholischen Kirche
P. Wolfram Schürmann“

Nach über einem Jahr der Ungewißheit antwortet meine Mutter am 22.2.1946 aus Freyung, Niederbayern, wohin sie mit ihren Eltern geflohen ist:
„Nachricht erhalten, bin sehr glücklich, geht mir gut, warte auf Dich. – Alles Gute, tausend Küsse,
Deine Dita“

Antwort meines Vaters:
„An Freyung, 22.4.46
Dein 1. Gruß (Caritas) war mir die schönste Osterfreude. Ich bin unsagbar glücklich u. dankbar, daß ich Dich nicht verloren habe. Nun habe ich volles Vertrauen in die Zukunft, wenn sie auch noch so schwer sein mag. Es gehört so wenig an materiellen Gütern um glücklich zu sein. Gemeinsam mit den Eltern werden wir uns wieder ein trautes Heim bauen u. wir werden so glücklich wie im 1. Jahr. Ich freue mich, daß Du schon so eifrig und unermüdlich beim Aufbau u. brenne darauf an Deiner Seite zu schaffen.“

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