Der Hunger

Weber-Mulsanne-46

Nicht nur die französischen Mulatten-Wächter sind eine Plage, es ist vor allem der Hunger, der die Gefangenen zermürbt. Mein Vater erzählte immer wieder, wie er eine völlig verschimmelte Brotscheibe „sauber“-kratzte und dann aß. Auf den Karten für die Heimat, die er sich malen läßt, sieht man Gefangene 1946 im Lager Mulsanne, wie sie einen Sarg tragen, wie sie das versammelte Wissen nutzen, um sich weiterzubilden, und wie sie auf Öfen kochen. Ein Kamerad aquarelliert zu seinem 33.Geburtstag ein Porträt von ihm: „Auch in der Gefangenschaft reißt die Arbeit nimmer ab.“

Geburtstag-Mulsanne-20.8.46

Meiner Mutter zum Geburtstag schickt er am 30.9.1946 diese Karte:

Mulsanne-3.11.46-Dita

Lager-Weihnacht

abgemagert-Som-46

So abgemagert wie nie mit einem Kameraden. Auf seiner Uniform erkennt man noch die Spur des entfernten Reichsadlers.

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Ein Gedanke zu „Der Hunger

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