Kriegserlebnisse

Kriegserlebnisse

Moderne Kriegserlebnisse von Chlodwig Poth (*1930)

Sicher, da war der Kavallerie-Angriff am Ägidientor in Hannover, meine erste Vergasung durch einen atemberaubenden Wasserwerfer, die Greif-Kommandos, die mich fangen wollten, aba nich gekricht ham – und all die wirren LSD-Trips. Doch so schön wie richtiga Krieg war es nich. Ich hab mich ja nich ma dazu durchringen können, einen Stein zu werfen. War eben einfach zu friedlich. Flower-Power und so. Deshalb fand ich das auch gut, als Renate in der Aula der Kunsthochschule Blumen verteilte – und sehr irritierend als sie dabei plötzlich Jens eine runtahaute. So kam ich mit ihr ins Gespräch, und sie meinte nur, Jens wäre ein solches Schwein. Später in ihrer Studenten-Bude erklärte sie mir, daß sie nich mit mir schlafen könne, weil sie gerade ihre Tage hätte. Dabei brachte mich erst ihr Einwand auf diese Idee. Das war die sexuelle Revolution. Ich war einfach zu naiv für die Welt – damals.
Und auf dem Heimweg fand ich meine Bude im nächtlichen Nebel nich mehr, obwohl ich völlig nüchtern war.

Renate-Studt

Renate Studt, „Das Porträt“, 1976
In der Austellung wird gezeigt, daß Personen durch Ausstattung, Haltung und Physiognomie eine oft genau festgelegte Vorstellung von ihrer „Persönlichkeit“ hervorrufen, die sie durch „Klischees“ vermitteln, die auf gesellschaftlichen „‚Konventionen“ basieren. Mit einem Begriff der Werbung ausgedrückt: sie schaffen sich ein „Image“.

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