Es war schon alles da

mit-Hamster-62

Eigentlich war sie schon immer da: meine intensive Beziehung zur Natur (hier 1962 mit meinem Gold-Hamster). Stichlinge in Einweck-Gläsern, die ich in den Gräben des Überschwemmungs-Bettes der Innerste mit einem Damenstrumpf-Kescher fing, Frösche, die sich befreiten und die Küche eroberten, Wellensittiche und einen Pudel, der die Wäsche zerfetzte. Meinem Goldhamster brachte ich sogar das Seiltanzen bei. Da gab es Aquarien, zuerst mit Gold-Fischen, die ich zufällig in einem Brunnen einer aufgegebenen Gärtnerei entdeckte. Später dann tropische Fische. Vor dem Aquarium konnte ich stundenlang sitzen, mich in exotisches Pflanzenwachstum versenken und meine Gedanken auf die Reise schicken. Glühend Rote Neonsalmler, aggressive Sumatrabarben, Guppies, Rote Wagtail-Schwertträger und Fadenfische vor dunkelbraunen Wurzeln. Später dann Meditation vor meinen Bildern, Jazz-Musik im Hintergrund. Ich strahlte sie mit meinen 50er-Jahre-Tütenlampen an, die das Gold, das Studienrat Arnold Fritz (*1907 Berlin) mir verboten hatte zu benutzen, weil es keine Farbe sei, besonders gut zur Wirkung brachten. Ich genoß das Theater in meinem Hirn. Gar keine Absicht, es abzustellen. Ich wollte hinein in eine Phantasie-Welt, in der alles möglich war.
Dann wurden diese Visionen von den Anforderungen und der Unruhe der Außenwelt überlagert und verdrängt. Verwirrung. Orientierungslosigkeit. Anstatt den Weg ruhig weiterzugehen, immer nur Nachahmung, was vermeintlich gesellschaftlich notwendig ist. Konventionelle Rituale bis zum Überdruß.

mit-Schmetterling-73

Schließlich wieder zurück zur Natur. 1973 mit einem toten Schmetterling in der Hand und einem Haufen Katzen um mich herum in einem verfallenen Haus im Wald. Hinausstarren in den Sonnenuntergang. Völlig egal wie man sitzt. Kein Bedarf nach doofen Mönchen, die einem weismachen wollen, daß sogar Würmer schreien können. Kein Bedarf nach Meditations-Lehrern, die mir ihre Kurse, Bücher und Meditations-Musik verkaufen wollen. Kein Bedarf nach Reflexzonen-Therapie und einem leeren Hirn. Das hat Zeit bis ich hirntot bin. Es ist schon alles da, du brauchst nur hinzusehen und die Zeit vergehen zu lassen. Keine Anstrengung. Kein Ziel. Inzwischen hab ich sogar das 3.Auge erlangt.

3rd-eye

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