Mutti macht Kur

schreiben

Hildesheim, 30. Mai 1964

Mein liebes Frauchen!
Ja, ich finde wirklich noch Zeit, mich an den Schreibtisch zu setzen und Dir zu schreiben … Ich habe so mal kurz nach dem Mittagessen (Menü: Ochsenschwanz-Suppe mit Brötchen, gebratene Makkaroni mit Ei) 6 Hemden und 2 Paar Socken gewaschen. Diverse Unterhosen und –hemden habe ich eingeweicht; ich hoffe, Persil wäscht alleine. Thomas hat inzwischen abgewaschen. Dann hat er gemoppt! Ich meine, mit dem Dingsda die Stuben aufgewedelt. Ich dachte, ich sehe nicht recht! Und morgen bekommt er Ferien. Und ich muß wieder in den Dienst. Gottseidank habe ich den verdammten Presseartikel noch gestern fertig bekommen. Donnerstag soll große Pressekonferenz sein …

Hildesheim, 1. Juni 1964

Mein Lieberchen!
Die Rechnungen, die Du mir heute schicktest, haben Dich anscheinend völlig verschüchtert. Es ist ja unheimlich mit Deiner Sparsamkeit beim Briefporto und bei den Telefongebühren. Ich stand heute abend neben dem Telefon und wartete, daß ich auch mal rankäme, aber mit Nichten und Neffen. Es machte plötzlich klick …
Viele liebe Küsse von Deinem Hannes.
(Thomas schläft schon.)

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