Frankreisch (Ile d’Oléron)

Ile-dOleron-65

Reisen bildet. 3x nahm ich am Deutsch-Französischen Jugendaustausch in gemischten Ferienlagern in Frankreich teil. 1965 in Dolus auf der Ile d’Oléron vor der Westküste, wo ich u.a. lernte, daß ein Beruf an Land doch angenehmer sein würde als auf einem winzigen Fischkutter im stürmischen Atlantik: Die Frau des Kapitäns mußte aus Eifersucht mit auf den Kahn, weil einige Mädchen anwesend waren. Sie belegte den einzigen trockenen und warmen Platz unter Deck neben der Maschine, wo man die Chance hatte, sich aufzuwärmen und dabei an den Abgasen zu ersticken. Als ich im Sturm pissen mußte, hätte ich das am Heck mit dem Wind tun müssen. Dort saßen die Mädchen. Also tat ich es am Bug – gegen den Sturm. Der Piß-Strahl ging im Bogen um mich rum und landete in den Fisch-Kästen. Später im Lager legte ich meine pitschnassen Franc-Scheine auf dem Bett zum Trocknen aus.

Heut ist der 14.Juli. Gestern Abend haben wir gefeiert. Erst tanzten wir, dann gingen wir nach draußen, um das „Feuerwerk“ zu sehen. Um 23:00 merkte der Lagerleiter, daß erst der 13.Juli war. Heute werden wir es noch einmal versuchen. Tanz bis Mitternacht. Auf der Hinfahrt hatten wir Aufenhalt in Paris … Ich habe viel geknipst, weil alles im Fahnenschmuck für den 14.Juli war. Die bekanntesten Bauwerke von Paris haben wir schon gesehen. In Notre-Dame habe ich 2 Kirchenfenster aufgenommen, aber die Lichtverhältnisse waren sehr ungünstig. Wir verstehen uns großartig mit den Franzosen. Es sind alles anständige Kerle. Heute habe ich schon einen Radausflug gemacht …

Zirkus-Dolus-65

16.7.
Den 14.Juli haben wir glücklich hinter uns. Auf dem Dorfplatz wurde ein großes Feuerwerk veranstaltet. Vorher hatten wir getanzt, hinterher gab es noch ein Essen. Jetzt kann ich einen neuen Tanz, den „Continental“ perfekt tanzen. Die meisten Deutschen sind dazu zu dämlich … Vormittags habe ich Weißwein in einem netten Bistro genossen … Die französische Lebensart ist mehr als empfehlenswert. Ich habe inzwischen mit 2 anderen Fahrrad-Verbot, weil wir unsere private Tour de France auf einem Ausflug gefahren sind. Wir kamen 22min früher als die anderen im Lager an. Dafür lernen wir jetzt Judo und Jiu-Jitsu. Nur ich und 1 anderer männlicher Deutscher hatten dazu den Mut. Einige Mädchen machen auch mit …

Judo-Dolus-65

18.7.
Heute, am Sonntag, ist Siesta. Am Abend gehen wir ins Kino. Jetzt will man uns schon unseren täglichen Weißwein im „Café du Centre“ verbieten, aber wir kümmern uns nicht darum. Das Unangenehmste in diesem Lager ist die geringe Freiheit für den Einzelnen … Die meisten Sachen sind hier sehr teuer, aber wenn man nach Frankreich fährt, kann man eben nicht täglich Schwarzbrot und Bier zu sich nehmen, wie es manche tun. Das Essen ist ausgezeichnet. Bis jetzt hatten wir ungefähr 5min Regen. Das tägliche Judo-Training macht am meisten Spaß …
Unser Moniteur ist übertrieben streng. Von Segeln und Angeln keine Spur, aber dafür haben wir ja den Küchendienst. Wenn man den Berg Geschirr sieht, kann man verzweifeln. Jede Gruppe hat 1 Tag Küchendienst … Mückenstiche sind hier fürchterlich. Sie schwellen sehr stark auf und verschwinden erst nach 3-4 Tagen.

Geburtstag-Dolus-65

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