War Dr. Lomer wahnsinnig?

Lomers-Wetter

Nicht mehr und nicht weniger als viele andere seiner Zeitgenossen auch. Ebenso wie Hitler war er viel zu organisiert und zielstrebig, um wirklich geisteskrank zu sein. Geschickt nutzten beide Anschauungen und Tendenzen ihrer Zeit für einen individuellen Mystizismus, wie z.B. auch die Antroposophie, die bis heute ihre Anhänger hat, und zogen desorientierte Menschen mit starker Erwartungshaltung in ihren Bann. U. a. trat Krishnamurti in Berlin als wiedergeborener Messias auf. Auffällig ist, daß bei Lomer fast alle praktischen lebensreformerischen Ansätze der bürgerlichen Flucht- und Widerstands-Bewegungen, wie Schrebergarten, Wandervogel, Kleider- und Sexual-Reform fehlen. Allenfalls gesteht er dem Vegetarismus eine Bedeutung zu. Stattdessen versinkt er in seinen astro-, graphologisch und chiromantisch begleiteten Licht- und Strahlungs-Phantasien, die Fragen nach der Qualität seiner akademischen Ausbildung als Nervenarzt aufwerfen: „Kriege und Friedenszeiten zeigen eine deutliche innere Beziehung zum jeweiligen Grundwasserstande, also zum inneren Stoffwechsel unserer Mutter Erde.“ Während Lomer seine Machwerke mit der Gründung eines „Sonnen“-Verlags erfolgreich vermarktet, weiß Hitler, daß es keine anderen Mythologien neben der des Nationalsozialismus geben darf. Die Anbiederungsversuche der Okkultisten weist er brüsk zurück. Lediglich die Zen-Buddhisten mit ihrer brutal-soldatischen Disziplin haben eine Chance, im 3.Reich als beispielhaft wahrgenommen zu werden.

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