Da lacht der Adler

Festlieder-1906

Festlieder zur Feier der Silberhochzeit
Seiner Majestät des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin
Stallupönen, den 27. Februar 1906.

1. Jubellied. Mel.: Ich bin ein Preuße.
Es herrschet Jubel heut‘ in deutschen Landen, begeistert hebt sich deutscher Herzen Schlag, geschmückt mit Fahnen, Blumen und Guirlanden ist Stadt und Land an diesem Tag: Da in des Thrones Glanze, vereint im Silberkranze das Jubelfest begeht das Kaiserpaar, umringet von der Kinder stolzen Schar. Wo ist der Deutsche, der nicht heute sendet zum Thron hinauf den ehrfurchtsvollen Blick, zum hohen Paar, dem Gott jetzt hat gespendet mit güt’ger Hand das schöne, reine Glück: Zu knüpfen froh auf’s Neue das Band der Lieb und Treue, den Herzensbund, der innig sie verband zum Glück und Segen für das Vaterland. Der Kranz von Silber schmückt die hohen Stirnen mit hellem, frohem, mildem Sternenglanz; doch heller strahlet bis zu weiten Firnen, der sie umgibt, der lieben Kinder Kranz: Des Kaisers stolze Sprossen, von Licht und Glanz umflossen, des deutschen Volkes Stolz und schönst Zier, mög‘ Gott sie schützen gnädig für und für. Drum, liebe Bürger, laßt Hurra! erschallen! Es gilt der Hohenzollern edlem Sohn, dem Enkel dessen, der dereinst uns Allen der Führer war zu Kampf und Siegeslohn: Dem Kaiser, der uns führet, der hohen Frau, die zieret den deutschen Thron, die Lieb‘ und Milde paart, dem Jubelpaar sei Treue stets gewahrt!
Dr. Hersing

2. Heil Dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands! Heil, Kaiser, Dir! Fühl‘ in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz: Liebling des Volks zu sein. Heil, Kaiser, Dir! Nicht Roß, nicht Reisige sichern die steile Höh‘, wo Fürsten steh’n; Liebe des Vaterlands, Liebe des freien Manns gründet des Herrschers Thron, wie Fels im Meer. Heilige Flamme glüh‘, glüh‘ und verlösche nie für’s Vaterland! Wir Alle stehen dann mutig für einen Mann, kämpfen und bluten gern für Thron und Reich! Handel und Wissenschaft heben mit Mut und Kraft ihr Haupt empor. Krieger- und Heldentat finden ihr Lorbeerblatt treu aufgehoben dort an Deinem Thron. Sei, Kaiser Wilhelm, hier lang Deines Volkes Zier, der Deutschen Stolz! Fühl‘ in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz: Liebling des Volks zu sein. Heil, Kaiser, Dir!

3. Deutschland, Deutschland über Alles, über Alles in der Welt, wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt, Deutschland, Deutschland über Alles, über Alles in der Welt! Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang, sollen in der Welt behalten ihren alten, schönen Klang, und zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang. Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang! Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach laßt uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand. – Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!

4. Von des Rheines Strand, wo die Rebe blüht, bis zur Weichsel, die gen Norden zieht; von der Alpe Land, frei und felsenfest, bis zur Möve wildem Felsennest, liegt ein schönes Land, ’s ist mein Heimatland, ’s ist mein liebes deutsches Vaterland! Wo die Eiche kühn auf gen Himmel strebt, und die Treue tief im Herzen lebt; wo der Buche Grün um uns Tempel baut, und die Lieb‘ aus jeder Hütte schaut, ach dies schöne Land, ’s ist mein Heimatland, ’s ist mein liebes deutsches Vaterland! Auf, du deutsches Land, wahre deutschen Mut, deutsche Treu und deutscher Liebe Glut! Wehre wälschen Tand, Trug und Heuchelschein, laß sie fern von deinen Hütten sein! Fern von dir, o Land, du mein Heimatland, du mein liebes deutsches Vaterland!

5. Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald da wachsen unsere Reben. Grüß‘ mein Lieb am grünen Rhein, grüß‘ mir meinen kühlen Wein! Nur in Deutschland da will ich ewig leben. Fern in fremden Landen war ich auch, bald bin ich heimgegangen. Heiße Luft und Durst dabei, Qual und Sorgen mancherlei! [O ja!] Nur nach Deutschland tät da mein Herz verlangen. Ist ein Land, es heißt Italia, blüh’n Orangen und Citronen. Singe! sprach die Römerin, und ich sang zum Norden hin: Nur in Deutschland da muß mein Schätzlein wohnen. Als ich sah die Alpen wieder glüh’n hell in der Morgensonne: Grüß‘ mein Liebchen, gold’ner Schein, grüß‘ mir meinen grünen Rhein! Nur in Deutschland da wohnt Freud‘ und Wonne.

6. Stimmt an mit hellem, hohen Klang, stimmt an das Lied der Lieder, des Vaterlandes Hochgesang! Das Waldtal halt‘ es wieder! Der alten Barden Vaterland, dem Vaterland der Treue, dir, niemals ausgesungenes Land, dir weihn wir uns aufs Neue. Zur Ahnentugend wir uns weihn, zum Schutze deiner Hütten, wir lieben deutsches Fröhlichsein und alte deutsche Sitten. Die Barden sollen Lieb‘ und Wein, doch öfter Tugend preisen, und sollen biedre Männer sein in Taten und in Weisen! Ihr Kraftgesang soll himmelan mit Ungestüm sich reißen, und jeder echte deutsche Mann soll Freund und Bruder heißen.

7. Strömt herbei, ihr Völkerscharen, zu des deutschen Rheines Strand! Wollt ihr echte Lust erfahren, o so reichet mir die Hand. Nur am Rheine will ich leben, nur am Rhein geboren sein, wo die Berge tragen Reben, und die Reben goldnen Wein. Mögen tausend schöne Frauen locken auch mit aller Pracht, wo Italiens schöne Auen, wo in Düften schwelgt die Nacht. Nur am Rheine will ich lieben, denn in jedes Auges Schein stehet feurig es geschrieben: Nur am Rheine darfst du frein. Mag der Franzmann eifrig loben seines Weines Allgewalt, mag er voll Begeistrung toben, wenn der Kork der Flaschen knallt. Nur am Rheine will ich trinken einen echten deutschen Trank, und so lang noch Becher blinken, töne laut ihm Lob und Dank. Hab ich nun gelebt in Wonne und geliebt voll Seligkeit, und getrunken manche Tonne, wand’r ich gern zur Ewigkeit, Nur am Rheine will ich sterben, grabt am Rheine mir ein Grab, und des letzten Glases Scherben werft mir in die Gruft hinab.

ueber-alles

https://tomschrat.wordpress.com/2011/06/05/deutschlandlied/
http://www.youtube.com/watch?v=ZQCJAGS-MrQ

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3 Gedanken zu „Da lacht der Adler

  1. Obwohl im real existierenden Sozialismus aufgewachsen, ist mir Dank Oma Erna,
    das traditionelle deutsche Liedgut schon seit dem Vorschulalter vertraut.
    „Heil dir im Siegerkranz“ und „Das Lied der Deutschen“ gehören eben zu unserer Geschichte.
    „Deutsche Frauen, deutsche Treue …“ wäre meines Erachtens nach heute die bessere Wahl zum Mitsingen der Nationalhymne … 😉

    In diesem Sinne ein geschmeidiges Wochenende gewünscht …

  2. Mir fiel auf, welche grosse Rolle das Saufen in den Liedern spielt. Das 8.Lied, das ich gar nicht mehr wiedergegeben habe, handelte nur davon.

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