Christoph stellt was dar

Christoph-Kalweit-jung

Heinz Christoph Kalweit, * im Juli 1881 in Gudellen, Kreis Goldap (später Preußenwall, Kreis Ebenrode) war 1,67m groß, dunkelblond und blauäugig. Um 1898 studierte er Architektur an der Königlichen Baugewerkschule zu Königsberg: Deutsch und Buchführung, Geometrie, Algebra, Rechnen, Naturlehre, Statik und Festigkeitslehre, Mauer-, Zimmer-, Eisen-Konstruktion, Innerer Ausbau, Bauzeichnen, bürgerliche und landwirthschaftliche Baukunde, Veranschlagen, Baustofflehre, Formenlehre, Entwerfen baulicher Anlagen, Freihandzeichnen, Linearzeichnen, Darstellende Geometrie und Samariterkursus. In Königsberg entstand auch dies älteste Foto von ihm, welches ich besitze. Seine mir erhaltenen Studien-Zeichnungen zeugen von außerordentlicher Sorgfalt, die heute längst nicht mehr üblich ist. Gutes Handwerk war damals einfach Voraussetzung. Heute macht das der Computer.

C.K.D.G.

Steinschnitt

Seinerzeit habe auch ich mich an der Kunsthochschule mit Schrift-Übungen und Darstellender Geometrie plagen müssen. Es hat mich fürchterlich gelangweilt, und die praktische Prüfung in perspektivischer Darstellung hab ich mit Müh und Not und nur mit Hilfe der Kommilitonin neben mir bewältigt. Die Aufgabe bestand darin, einen Raumkörper perspektivisch zu entwickeln, von dem man nur Maßangaben kannte, also anfangs gar nicht wußte, wie er eigentlich aussah.

Rindviehstall-Seite

Ein ganz eigenartiger Effekt – interessant für die Bewertung der Architektur jener Zeit – wie hier selbst der einfachste Zweckbau in einem noch ansprechendem Stil entworfen wurde. Ohne weiteres könnte man heute einen solchen Bau für Wohnzwecke umnutzen. Man vergleiche das mit modernen Ställen, die nicht mehr von Fabrik-Hallen zu unterscheiden sind.

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3 Gedanken zu „Christoph stellt was dar

  1. Pingback: Elbinger Höhen | UNGEMALTES

  2. Schön, wenn man einen solch deutlichen Bezug zu jemandem empfinden kann, mit dem man verbunden ist. Die Bauweise mit dem gemauerten Relief („Bauernstuck“) ist hier und weiter oben in Niedersachsen, sowie beiderseits entlang der Elbe, sehr verbreitet.
    Nachdem Ende des 19 Jhs Ziegel nicht mehr mühsam von Hand hergestellt, und langwierig getrocknet wurden, waren in kürzerer Zeit viel größere Mengen verfügbar, auch weniger reiche Landwirte konnten nun ohne Fachwerk bauen lassen und erheblich größer.
    Heute romantisieren wir diese Bauten, damals waren sie Zeichen der Industrialisierung, auch wenn dies noch als positiv galt.

  3. Auch für die Backsteingotik konnte ich mich früher nicht so recht begeistern, und dieses Aufwärmen der alten Stile im Historismus war lange verpönt. Doch ist inzwischen ja international deutlich geworden, was für einen Verlust an äthetischer Information die moderne Architektur geliefert hat. Mit dem Ergebnis von optischer Kälte und Langeweile, in der nur noch wohnen mag, der nichts Besseres findet. In diesen Ställen jedoch kann man heute wohnen.
    https://insellos.wordpress.com/2013/04/26/christoph-kalweits-rindvieh-stall/

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