Christoph braucht Erholung

hohe-Hacken

Hannover, den 10. Aug. 1942
Städt.Medizinalrat Dr.med.R.Jänschke

An den Vorstand des Preuß.Staatshochbauamtes II
in Hannover

Auf das dortige Ersuchen … habe ich den Regierungs-Oberinspektor Heinz C. Kalweit, geb.6.7.1881 in Ebenrode, Hannover [sic!], heute untersucht. Er gab an, daß Erbkrankheiten in seiner Familie nicht vorgekommen seien. Er selbst hat 1938 eine schwere Grippe durchgemacht und leidet seit 1931 an Gelenkrheumatismus. Heute klagt er über Schwindelanfälle, Schlaflosigkeit sowie Schmerzen in beiden Beinen und im Rücken.
Befund: Kräftiger etwas zur Körperfülle neigender Mann in ausreichendem Ernährungszustande, Gewicht halb bekleidet 68 kg, Größe 167 cm. Der Blutdruck beträgt 90 mm Hg, der Puls ist mittelkräftig, zählt 72 Schläge in Ruhe in der Minute. Das Lasègue’sche Zeichen ist bds. positiv. Es besteht Druckschmerz im Rücken und zwar, im Bereich der Lendenwirbelsäule.
Herr K. der an chronischer Ischias und Muskelrheumatismus im Rücken sowie an Schwindelanfällen leidet, muß vom erweiterten Selbstschutz befreit werden, außerdem wird für ihn eine Befreiung vom zusätzlichen Dienst amtsärztlich befürwortet.

scharf

„Der zivile Luftschutz umfaßt den Sicherheits- und den Hilfsdienst, den Werkluftschutz und den Selbstschutz … Grundsätzlich ist in allen Orten der örtliche Polizeiverwalter gleichzeitig der örtliche Luftschutzleiter, dem somit auch die einheitliche Leitung der anderen Teile des zivilen Luftschutzes (Werkluftschutz und Selbstschutz) obliegt … Es ist ohne weiteres klar, daß die Kräfte des Sicherheits- und Hilfsdienstes bei einem mit starken Verbänden durchgeführten Bombenangriff allein nicht in der Lage sein werden, alle entstehenden Schäden so rechtzeitig zu beseitigen, daß sie sich nicht zu Katastrophen entwickeln. Es ist daher unumgänglich notwendig, daß die Gesamtbevölkerung dazu erzogen wird, die entstandenen Schäden selbst zu beseitigen und sich gegenseitig zu helfen, um den Sicherheits- und Hilfsdienst erst dann in Anspruch nehmen zu müssen, wenn die eigenen Kräfte nicht mehr Herr der Lage zu werden vermögen. Dies gilt insbesondere für die Hausfeuerwehr und die Luftschutzgemeinschaft, deren Aufgabe es ist, die bei einem Angriff entstandenen Brände im Keim zu ersticken. Die gesamte Zivilbevölkerung zur Erfüllung dieser Pflichten zu erziehen und für die tätige Mitarbeit im Selbstschutz zu schulen, ist Aufgabe des vom Reichsminister der Luftfahrt [Kondom-Monopolist und „Goldfasan“ Göring] ins Leben gerufenen und nach seinen Weisungen arbeitenden Reichsluftschutzbundes.
Der Aufbau der Organisation des Luftschutzes läßt erkennen, daß durch ihn die Behörden, die Wirtschaft und jeder Einzelne erfaßt werden und somit der Luftschutz die notwendige Ergänzung für die kämpfende Truppe bildet und damit eine erhebliche Stärkung der Wehrkraft der Nation bedeutet. Der Soldat, der im Felde den schwersten seelischen und körperlichen Anstrengungen ausgesetzt ist, muß die Gewißheit haben, daß die feindlichen Geschwader, die er bei Nacht und Nebel landeinwärts fliegen hört, in seiner Heimat auf eine Bevölkerung treffen. die aufs beste geschult, fest entschlossen und fähig ist, den feindlichen Fliegerangriffen mit zähem Abwehrwillen wirksam zu begegnen und das ihr anvertraute Leben und Gut allen Gefahren zum Trotz zu schützen.“
Kapitänleutnant a.D. Burkhardt, „Luftschutz“, aus „Jahrbuch der deutschen Luftwaffe 1937“)

Frankfurt-ausgebombt

Frankfurt a. Main nach Göring, Modell im Historischen Museum

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3 Gedanken zu „Christoph braucht Erholung

  1. Ich erkenne keinen nennenswerten Unterschied zu den Ansprüchen auf Leistungen, die heute von im öffentlichen Dienst Beschäftigten eingefordert werden. Menschen, denen das wahre Leben erspart blieb. 😉

    Mit Luftschutz beschäftigt sich nur unser Blockwart … 😀

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