Das gute Leben

Fenster-Reh

Stehen Rehe vor dem Fenster, weiß man, daß man am richtigen Platz ist. Toben schießgeile Jäger davor herum, ist es Zeit umzuziehen. So erging es auch Helen (1904-1995) und Scott Nearing (1883-1983), die 20 Jahre in Vermont Ahornzucker produziert hatten. Als in den 50ern der Ski-Tourismus das Gebiet eroberte, fingen sie mit 49 bzw. 69 nochmal von vorne an. Diesmal am Meer in Maine, wo sie Blaubeeren ernteten. „Wir hatten einen der unerbittlichsten Meister übersehen, der dem Menschen auf dem Fuß folgt: den Wandel.“ Triviale Aktivitäten wie Klatsch, Parties und Tanz erschienen ihnen als Ausdruck der Flucht aus einem sinnlosen Leben:
„Einer unserer welterfahrenen Besucher aus der Stadt fragte uns: ‚Was macht ihr in eurer Freizeit?‘
‚Wir haben keine freie Zeit, wir sind immer beschäftigt‘, war die Antwort. ‚Die Tage sind so kurz, daß wir stets zu wenig Zeit haben.‘
‚Aber was tut ihr zum Vergnügen?‘ beharrte unserer Besucher.
‚Alles, was wir machen, bringt uns Befriedigung. Wenn wir es nicht genießen könnten, würden wir etwas anderes tun oder unsere Arbeiten so ausführen, daß sie mehr Sinn hätten.‘
(aus „Die nächsten 30 Jahre“)
Tatsächlich waren es jedoch auch große Erbschaften, der Verkauf ihrer Bücher und ein Strom zahlreicher Besucher, der ihnen half, Theorie und Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen: „The Good Life Center depends on your generosity – Thank you – Donate online!“

Helen-&-Scott-Nearing

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Ein Gedanke zu „Das gute Leben

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