Siedlung

Rileks

Das leider nur schlecht erhaltene Foto zeigt einen zwar typischen Ausschnitt der Lalat-Siedlung Rileks, kann aber nicht annähernd die architektonische Vielfalt ihrer Bauten und Siedlungsorganisation wiedergeben. Wie schon erwähnt, finden sich Lalat-Stämme überall in der Welt, und deren Architektur ist jeweils beeinfluβt von den natürlichen Gegebenheiten und der sie umgebenden Kultur der Menschen.
Hier handelt es sich um eine Art Hafen an einer Pfütze gelegen, deren Position ich nicht angeben darf. Neben einfachen, aus Lehm geformten Einfamilien-Häusern kann man aus Holz gefertigte gröβere Bauten erkennen. Die Lalat verstehen es nicht nur, ihre Lehmbauten mit einem Überzug aus unbekanntem Material gegen Regen zu schützen, sie haben sogar auf sehr findige Weise gelernt, den Abfall der Menschen so zu recyceln, daβ man auch Formen und Oberflächen aus Kunststoff erkennen kann. Mit ihren Hausbooten befahren sie die Pfützen, denn das Meer ist für sie in seiner Dimension und Kraft eine nicht zu bewältigende Zone, und fischen nach Kleinst-Lebewesen, wie sie schon von Ernst Haeckel beobachtet und gezeichnet wurden. Das schwarze Gebäude mit der Silber-Kuppel wird nach übereinstimmender Einschätzung von Ethnologen für einen Kult- oder allgemeinen Versammlungsraum gehalten. Auf die gehörnte Bedachung des Turms im rechten Hintergrund wird noch im Zusammenhang mit der Religion der Lalat einzugehen sein.
Auffällig ist hier schon die architektonische Stillosigkeit und das scheinbar planlose Wachstum, was als Hinweis auf eine freiheitliche Gesellschaftsform zu werten ist. Die als einfachste Standardform überall zu findende Lehm-Bauweise ist ein bedeutender Aspekt der erfolgreichen Subkultur der Lalat. Lassen sich doch solche Bauten selbst aus der Nähe nicht von natürlichen Strukturen unterscheiden, und bewahren die kleinen Völker auf diese Weise vor Entdeckung. Bei den weiβen Punkten im Vordergrund handelt es sich wahrscheinlich um Fliegeneier oder die des Nashornkäfers, die – für einen Lalat etwa handgroβ – zum Zwecke der Ernährung gesammelt werden.
Beunruhigend eigenartich wirkt dieses Dingsbums, das sich zwischen den beiden Hochhäusern befindet. Es ähnelt sehr stark einer kleinen Einfädelungs-Maschine, die mein Großvater Ernst Lackner einst von einem fliegenden Händler in Hildesheim kaufte. Er konnte nämlich an keinem solcher Stände vorbeigehen, ohne etwas vermeintlich Praktisches wie Flecken-Entferner oder Messerschleifer für meine Großmutter zu kaufen.

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