Geschäftsidee

Sanctu

Daß ich darauf nich gleich gekommen bin: Abenteuer-Reisen anbieten! „Auf den Spuren der Lalat“! Man bräuchte nicht mal weit zu gehen, da es sich um minimale Dimensionen handelt. Vielleicht ließe sich das eine oder andere aufgegebene Haus der Lalat sogar käuflich als Souvenir erwerben. Pauschal-Expeditionen nach Mutzijat, Bulat und Benteng. Um vorsichtiges Auftreten wird gebeten! Hilfe für die Bewohner von Sanctu, die immer wieder von Riesenspinnen angegriffen werden. Eine versponnene internationale Online-Spenden-Aktion ins Leben rufen – mit dem Angebot persönlicher Erfahrung der Lebens-Verhältnisse der Lalat. In unserer abenteuerarmen Zeit eins der letzten!
Tatunca Nara, der weiße Häuptling eines geheimnisvollen Indianer-Stammes, der bisher unentdeckt im brasilianischen Dschungel unterirdisch lebt, hat es vorgemacht. Manche seiner Kunden haben 8x erfolglos versucht, unter seiner Leitung zu dessen Stamm vorzudringen. Immer kam im letzten Moment etwas dazwischen, bevor Kontakt mit den geheimnisvollen Wilden hergestellt werden konnte, bei denen sich auch deutsche Soldaten aus dem 2.Weltkrieg und Geräte von Außerirdischen befinden sollen. Der schwierige Zugang muß selbst den Kindern der „Ugha Mongulala“ immer wieder mit Hilfe kleiner Modelle, Zeichnungen und praktischer Übung eingeprägt werden. Da man für die Expedition erhebliche Summen zu investieren hat, will so mancher der Fans nicht glauben, daß Tatunca Nara bereits 3 seiner Kunden umbrachte und einen weiteren anschoß. Verantwortungslose Journalisten wie Karl Brugger, Dieter Kronzucker und Franz Tartarotti haben außerdem aus kommerziellen Gründen dafür gesorgt, den Mythos von „Akakor“ aufrecht zu erhalten. Erst Rüdiger Nehberg entlarvte den „Großen Häuptling“ zusammen mit dem BKA als den geistesgestörten bayrischen Hochstapler Günther Hauck (*1941), der offensichtlich vom brasilianischen Sicherheitsdienst vor Verfolgung bewahrt wird. Das gelang Nehberg u.a. damit, daß er „Akahim“ selbst entdeckte: „Das Ufer bestand nämlich aus vielen kleinen Sandstein-Terrassen. Da gab es Mini-Höhlen, Säulen, Überhänge und Canyons. Alles en miniature. In Puppenstubengröße. Ich fertigte kleine Brennholzstapel, baute Treppen und stellte Leitern an. Vor einer Höhle glimmte ein Feuerchen – und diese Szenerie fotografierte ich mit einer Polaroid-Kamera … [Tatunca starrte das mickrige Foto an] und überlegte sicherlich fieberhaft, was er von unserer Geschichte halten sollte.“
Die Möglichkeiten und der Kundenkreis der Freunde esoterischer Forschung sind grenzenlos. Das bewies auch Michel Bagnaud, der ein Touren-Unternehmen für Schatzsucher gründete. Auf seinen Expeditionen gruben abenteuergeile Optiker, Ärzte, Makler, Bauunternehmer, Professoren, Redakteure und Notare „antike“ Artefakte in Mittelamerika aus, die vorher dort extra für sie vergraben worden waren. Eine Variante der „Minenkleckserei“, bei der man eine Patronenhülse nicht mit Schrot sondern mit Gold-Staub füllt, Grubenwände beschießt und diese dem nächsten Gimpel als „Goldader“ verkauft.

Rüdiger Nehberg, „Der selbstgemachte Häuptling“, 1991
Michel Bagnaud, „Beruf: Schatzsucher“, 1992

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Ein Gedanke zu „Geschäftsidee

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