Maulwurf

August-Gissler

„In einer Stunde fahren wir weiter … Die Ankunft – was bedeutet sie im Grunde für Sie?“
„Handeln, anstatt zu träumen. Und für Sie?“
Perken machte eine Bewegung, als wolle er die Frage von sich abwehren. Immerhin antwortete er: „Zeit verlieren …“
André Malraux (1901-1976), „Der Königsweg“

August Gissler (1857- 1935) war ein deutscher Matrose und Schatzsucher, der 1888 auf der Kokos-Insel landete und dort die wohl verbissenste und berümteste Schatzsuche begann. Gissler baute Tabak und Gemüse an. Sein Versuch, eine deutsche Kolonie zu gründen, mißlang. Die Familien, die er in Deutschland anwarb und die ihn auf die Kokos-Insel begleiteten, hatten bald genug von dem anstrengenden Alltag und kehrten heim. Gissler, der als offizieller Gouverneur der Insel vereidigt wurde, war bald wieder allein. Einzig seine Frau Mary hielt treu zu ihm, bis er 1908 engültig aufgab.
Noch während Gissler auf der Insel lebte und sich durch deren Boden grub, fand eine Schatzsucher-Expedition statt, die hohe Wellen schlug: Admiral Henry Palliser, der Kommandeur des britischen Nordwestpazifik-Geschwaders, landete 1897 mit zwei Kreuzern vor der Kokos-Insel. Gepackt vom Schatzfieber schickte er seine Matrosen auf Schatzsuche. Bislang hatten vereinzelte Gruppen anhand von Schatzkarten und Berichten gesucht und gegraben, jetzt aber fand eine Invasion statt. 300 Matrosen stürmten die Insel, bewaffnet mit Schaufel, Pickel und Dynamit. Ganze Berghänge sollen dabei in die Luft geflogen sein. Mary Gissler, die heftig protestierte (August Gissler war zu dieser Zeit gerade unterwegs, dringende Vorräte vom Festland zu holen), wurde in ihrer Hütte unter Arrest gehalten. Das Vieh und die Pflanzungen der Gisslers wurden gnadenlos geraubt und zerstört. 14 Tage wüteten die Matrosen bevor sie unverrichteter Dinge wieder abzogen. Gissler, der bei seiner Rückkehr auf die Insel die Verwüstungen sah und seine Frau verstört vorfand, berichtete entrüstet der Regierung von Costa Rica, was sich zugetragen hatte. Diese legte offiziell Protest bei den Briten ein. Angeblich wurde Palliser aufgrund dieser Anmaßung unehrenhaft aus der britischen Marine entlassen – was ihn nicht hinderte, später als Privatmann wieder auf der Kokos-Insel als Schatzsucher aufzutauchen.

Schatzsucher

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/1111-Kokosinsel100.html

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3 Gedanken zu „Maulwurf

  1. Also “Unter Hundefressern” (nur auszugsweise im Internet veröffentlicht) war schon fertich, bevor ich mit dem PC anfing und bevor ich auswanderte, und wenn WordPress zusammenbricht (woran ich aus Erfahrung glaube), hab ich genug Material zusammen für eine Fortsetzung.
    Iss Weihnachten bei Dir?

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