Verkenne dich selbst im Jahr des Pferdes

Charakterkunde

„Auf die durchwachten Nächte der Ehrbegierde folgen schlaflose Nächte der Reue, daß man sich die Mühe geben konnte, solchen Phantomen nachzulaufen.“
Friedrich Gottlieb Klopstock

Der eitle Esoterik-Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) gilt nicht nur als ein wichtiger Vertreter der Empfindsamkeit durch sein berühmtes, allgemein nicht gelesenes, pietistisch-süßliches Monstrum „Messias“ (20000 Verszeilen), schlimmer noch „als Begründer des deutschen Irrationalismus“. „Es gibt eine Art von leerem Geschwätz, dem man durch Neuigkeit des Ausdrucks, unerwartete Metaphern das Ansehen von Fülle gibt.“ (G.C. Lichtenberg über Klopstock). Zum Bleistift wenn er Gott beim Wasserholen begleiten wollte:

Nur um den Tropfen am Eimer,
Um die Erde nur will ich schweben und anbeten!
Halleluja! Halleluja! Der Tropfen am Eimer
Rann aus der Hand des Allmächtigen auch!

Und lange bevor die Kettenbrief-Awards für WordPress erfunden wurden, reagierte er zuerst begeistert und stolz auf den Erhalt eines in Gold gefaßten, mit Brillianten besetzten Miniatur-Porträts von Joseph II. – bis er das gleiche bei einem Pferdehändler in Itzehoe entdeckte. Auch aus seinem Auswanderungs-Projekt (eine Künstler-Kolonie auf Tahiti) wurde nichts, sondern mit „athletisch-magerer“ Sprache in die „Teutsche Gelehrtenrepublik“ sublimiert, für die sich dort die wenigsten Interessenten fanden, wo er sich gern und oft aufgehalten hatte. Experimentell interessant seine „Grammatischen Gespräche“.

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