Teure Hinrichtung

Hinrichtungskosten

Der Mensch arbeitet ja in erster Linie, um seine Steuern bezahlen zu können. Dazu kommen die zahlreichen Gebühren. Das hat in D alles seine Ordnung. In Indonesien gips zwar auch Gebührenordnung, die hängt in den Ämtern aber nur an der Wand. Wer der Beamten-Mafia nicht freiwillig mehr zahlt, hat keine Chance. Auch keine zu erfahren, zu was er überhaupt gesetzlich verpflichtet ist.
Das Thema Pension war in dem Augenblick erledigt, als ich meinen Beamten-Posten nach 27 Jahren hinschmiß. Früher gab es eine Abfindung. Doch hat es der Staat lohnender gefunden, darauf zu hoffen, daß die Rentner das bezugsfähige Alter erst gar nicht erreichen oder zumindest nicht lange leben. Eine Rente steht mir jedoch zu, die hab ich beantragt und auch bewilligt bekommen. 1000EUR brutto mit der massiven Drohung, wenn ich nicht jedes Jahr eine Einkommen-Steuererklärung bei einem bestimmten deutschen Finanzamt abgäbe, folge Kontosperrung, Paßeinzug und Interpol-Fahndung. Für einen im Ausland lebenden Deutschen so gut wie existenzvernichtend. Da können Briefe unterwegs verschwinden, Mahnungen mich zu spät erreichen, Vorauszahlungen nicht leistbar sein – schon zappelt man im bürokratischen Räderwerk. Dazu Kontroll-Mitteilungen an das indonesische Finanzamt, was etwa so ist, als ob man somalische Piraten benachrichtigt, wann das nächste Schiff kommt. Vielen Dank! Ich hab deshalb lieber auf die Rente verzichtet. Allein die nötigen Beglaubigungen per Flugreise bei der deutschen Botschaft in Jakarta einzuholen, würde schon 1 Monats-Rente verschlingen. Außerdem ist der Postverkehr nicht zuverlässig. Und dann hab ich auch mal in einem Finanzamt in Hannover gearbeitet und weiß nicht nur deshalb genau, was in Amtsstuben abläuft. Der Mitarbeiter mir gegenüber war schwul, der neben ihm Alkoholiker, der Dienststellenleiter fast blind. Der Säufer ließ die Karteischübe absichtlich offenstehen, damit der Blinde dagegenrannte. Ab und zu kam ein Mann mit tiefer Stimme in Frauenkleidern rein und brachte Akten. Im letzten Finanzamt wurde ich von einem stotternden Beamten bearbeitet. Das de-de-dauerte immer etwas länger.
Der Schriftsteller Erich Knauf (1895-1944) hatte noch mehr Pech: Seine Witwe mußte nicht nur 300RM für sein Todesurteil sondern zusätzlich 158,18RM für das Köpfen (plus Porto) innerhalb einer Woche bezahlen. Nach Ablauf der Zahlungsfrist zwangsweise Einziehung. Nicht berechnet wurden die Liter Blut, die man ihm vor der Hinrichtung für Wehrmachtskonserven abnahm. Der Knaufs staatsgefährdende Äußerungen verpfiff, war ein Herr Schulz, Hauptmann der Reserve, Verleger von Zeitschiften für „Körperkultur“ mit Nacktfotos. Jener lebte noch lange als Renter in Stuttgart.

Fallbeil

Praktisch, billig, formschön: Fallbeil Zuchthaus Brandenburg
(1937-44 ~16600 Hinrichtungen)

http://www.tomassonegri.de/downloads/erich_knauf.pdf
http://das-blaettchen.de/2014/05/erich-knauf-zum-gedenken-29058.html

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