Zier-Eremiten

Familie-1980

Auf meiner Suche nach Seelen-Verwandtem stieß ich auch auf einen Beruf, der mir bisher unbekannt war: Der Schmuck- oder auch Zier-Eremit verdingte sich meist auf 7 Jahre in einem herrschaftlichen Park, wo er von Besuchern bestaunt werden konnte wie im Zoo. Etwas, dem ich mich ständig ausgesetzt sehe, ohne es beruflich zu betreiben. Als Inspirations-Quelle der Engländer im 18.Jahrhundert galt dafür besonders John Miltons Gedicht Il Penseroso (Der Nachdenkliche):

„Und möge zuletzt mein müdes Alter
Die friedvolle Einsiedelei finden,
Das härene Gewand und die mit Moos bewachsene Zelle,
Wo ich sitzen mag und richtig deuten
Jeden Stern, den der Himmel zeigt,
Und jedes Kraut, das den Tau aufsaugt;
Bis langjährige Erfahrung heranreicht
An beinahe etwas wie Prophetie.
Diese Freuden, Schwermut, schenke,
Und mit dir werde ich zu leben wählen.“

2 Gedanken zu „Zier-Eremiten

  1. Das hatte ich letztens auch entdeckt, als ich nach Informationen zur herrschaftlichen Parkgestaltung suchte und dabei auf die Eremitagen als Gestaltungselement stieß. Ja, da stehen die Eremiten in einer Reihe mit den Schäferinnen und Mohren. Wenn ich heute irgendwem erkläre, welche Leistungen ich in den 12 Jahren außerhalb D alle nicht in Anspruch genommen habe, dann glotzen die mich auch an, als wäre ich ein freiwilliger Zier-Eremit gewesen.

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