Plan B drei

Blockfertighaus

„Building is a creative act … It is labor which returns meaning to each day, labor which fatigues rather than frustrates, and leads to deep, healing sleep.”
W.C. Leitch, „Hand-Hewn – The Art of Building Your Own Cabin”, San Francisco 1976

Latürnich wollen wir für imma in unserem selbstgebauten Haus leben. Wir genießen die Ruhe und den Frieden dort und die geringe Umweltverschmutzung – wenn wir Glück haben. Wir haben uns ein Nest gebaut. Dabei lernten wir viel und brauchen für unser nächstes Projekt keinen Architekten mehr. Bauämter sind sowieso übafllüssich. Jene beanspruchen sogar regulierend in rein ästhetische Belange eingreifen zu dürfen (Ist ihnen das in D gelungen?). Und für den Bau eines Einfamilien-Hauses 1 Statiker beschäftigen zu müssen, iss einfach grotesk.
Doch schon sind wir wieder unterwegs. Es hört nie auf. Alles verändert sich. Sicher sind nur fortschreitende Industrialisierung und Zersiedlung, die Steuern und der Tod. Das nächste Haus könnte noch besser werden. Warum sollte man sein Leben nich in moderater Wildnis beschließen? Eine gesunde Lebensführung iss dafür wichtiger als der Einzugsbereich eines Krankenhauses. Kannst du isoliert leben, den Winter-Koller aushalten, Einsamkeit genießen? Soziale Kontakte werden quantitativ geringer, jedoch qualitativ wertvoller. Es gibt dort kaum intellektuelle Stimulation. Die brauchst du auch nich, denn die baut sich auf authentische Weise in dir selbst auf – sofern du das jemals begriffen hast. Du mußt disziplinierter leben, als in der Stadt. Landarbeit verlangt Regelmäßigkeit, keine für individuell-anarchistische Künstler typische Eigenschaft. Vorrat anlegen, heizen, kochen, waschen, gärtnern und reparieren verschlingen viel Zeit. Doch hast du jede Menge davon, da du sie nicht an Sinnlosem verschwendest (z.B. im Verkehrs-Stau). Du bist nich träge, bestimmst aber deine Arbeitszeit selbst, was viel gesünder iss, als z.B. im Lehrer-Laufrad gehetzt zu werden. Dabei gewinnst du Abstand von dem, was in der Gesellschaft um dich herum vorgeht, und ein geschärftes Bewußtsein darüber. „Innerhalb der bestehenden, gesellschaftlichen Organisationen, welche jede individuelle Regung im Menschen ersticken und dessen Kraft und natürliche Anlagen in den Dienst der Machtbesitzenden zwingen, ist eine freie Entwicklung nach Befreiung strebender Menschen undenkbar. Auf neuem Boden, auf hierzu neu zu erwerbendem Grunde sollte daher das Unternehmen entstehen“, schrieb Ida Hofmann-Oedenkoven 1906 über den „Monte Verità“. Schon so alt und älter ist diese bürgerliche Gebildeten-Revolte ohne Massenbasis („Landwirtschaft mit Kunstgewerbe“), die jedoch immer wieder aufflammt, weil sie sich auf Substantielles im menschlichen Leben berufen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=j6f56Q6-Kcg
https://www.youtube.com/watch?v=_XN573Lqe00

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