Leid-Kultur

kriegsbegeisterung

Ich hab ja mit diesen übabezahlten Charaktermasken nix mehr zu tun, weshalb ich dachte, der Thomas de Maizière würde gerade den Bundespräsidenten spielen. Aba der iss ja Innenminista! Deshalb kuckt er wohl so streng in unsa Inneres. Wahrscheinlich hatter sich jesacht: wenn ich schon so peinlich viel Geld vadiene, will ich den Deutschen wenigstens ma zeigen, wie ne Leitkultur aussieht. Und denn brauch man ja auch n Leit-Hammel dafür. So war ich gleich aufgeschreckt und hab versucht, Thomas seine 10 Thesen im Internet zu finden. Dazu hättich der „Bild am Sonntach“ mein bißchen Geld geben müssen.
Thomas, schämste dich ganich, ausgerechnet in der „Bild“ dein Leid zu klagen? Früha war „Bild“ der reine Dreck. Wer da schrieb, dokumentierte allein schon damit, wie die deutsche Kultur auf dem Hund blieb. Herausgeber Springer hat es meistahaft verstanden, Dreck in Kohle umzuwandeln. Die Amerikaner hätten ihn dafür als Präsidenten eingesetzt. So happich nur einige Fetzen von Thomas seina Leitkultur mitgekricht, die schon deutlichmachen, wie das von jedem Philosophie-Seminar bessa und billiga erledigt worden wär. Aba leida isses ja so, daß Hochkultur mit Junk finanziert werden muß, und Politiker benutzen den Dreck, um die Müllschlucker versorgen zu können – und um sich effektiver in Szene zu setzen.
Da gips zum Bleistift diese sozialen Gewohnheiten. Neulich happich n senilen Ex-Papst, n Bischof und n bayrischen Politik-Darsteller beim Biertrinken gesehn. Doch erleben wa uns außahalb bayrischer Biergärten im Umbruch, was die gewohnten Drogen wie Alkohol und Christentum betrifft. ÜBERALL auf der Welt keilt Religion die Gesellschaften auf extrem sinnlose Weise auseinander. DAS WOLLNWA NICH MEHR! Dagegen haben die Nandus in Mecklenburg-Vorpommern und Karamba Diaby im Bundestag ja vielleicht was Erfrischendes.
Und wozu brauchenwa Stolz? In Indonesien iss D supa angesehn, besonders deutsche Fußballer, die aus meina Sicht oft sehr merkwürdige Namen und Hautfarben ham. Aba wände nem Wilden querläufst, bisse für ihn der Nazi. Und wer tätowiert sich mit Stolz-Symbolen? Doch wohl die Dümmsten der Gesellschaft, die ihren Schrott-Status zu kompensieren versuchen. SIE sind es, die Fahne und Nationalhymne wirklich brauchen. Jeder Deutsche mit Bildung wird stattdessen auf eine recht gut funktionierende Demokratie und deren Grundgesetz nicht stolz sein – das iss son blödsinniger Begriff – doch wird er beides schätzen und den Vorteil sehn, den eine Geschichte der Aufklärung seinem Land gebracht hat. Dagegen dienen die Stolz-Anfälle der Schwachköpfe, die sich in der Regel auf Leistungen anderer beziehen, heutzutage wieda dazu, erfolglose militärische Einsätze überall in der Welt zu rechtfertigen. Dabei bin ich nich ma sicher, wie weit sich Kriegstreiberei, Europa-Wahn und die Großmutta aller Hilfsbedürftigen schon vom deutschen Volk entfernt haben.
Und Leistung gips überall. Ich möcht Thomas ma bei extrem schwüler Hitze im Reisfeld arbeiten sehn – ohne Klopapier. Was für ne Arroganz!
Wenn es endlich ma gelänge, deutsche Politik frei von Maden zu halten, die Steuergelder äußerst geschickt für Karriere und Luxus zu verschwenden verstehn, DARAUF könnte man stolz sein. Aba diese Entwicklung seh ich nich.
„Wohl sind auch in der Demokratie als Motive freiwilligen Gehorsams Gewohnheit, Bewunderung des charismatischen Politikers, Anerkennung gegenwärtiger Leistung verbreitet. In einer im Volke verankerten Demokratie sind jedoch diese Motive zweitrangig gegenüber dem Bewußtsein, daß der Staatswille durch politische Selbstbestimmung des Volkes zustande gekommen ist.“ (Hartwich, „Politik im 20. Jahrhundert“, 1964). Charles de Montesquieu (1689-1755) fand, daß Freiheit weniger das Ergebnis moralischer Eigenschaften eines Volkes sei als die Folge bestimmter Verfassungsreglungen, die die Staatsgewalt beschränken. Daraus entwickelte er die Idee der Gewaltenteilung. Inzwischen erleben wir eine Situation, in der diese durch übernationale Konstruktionen ausgehebelt wird. „Es ist daher notwendig, den Bürger aufzurufen, die Übereinstimmung des Staatswillens mit den höchsten Prinzipien von Recht und Sittlichkeit zu prüfen und den Gehorsam zu verweigern, fals eine irregeleitete Volksmehrheit gegen diese Prinzipien verstößt.“

http://www.jetzt.de/politik/wir-beichten-unsere-leitkultur-an-thomas-de-maiziere

 

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